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Gläubiger der "Gorch-Fock"-Werft vor turbulenter Versammlung

Nordenham  

Gläubiger der "Gorch-Fock"-Werft vor turbulenter Versammlung

17.06.2019, 08:16 Uhr | dpa

Gläubiger der "Gorch-Fock"-Werft vor turbulenter Versammlung. Elsflether Werft

Das Signet der Elsflether Werft. Foto: Mohssen Assanimoghaddam (Quelle: dpa)

Im Debakel bei der Sanierung des Schulschiffs "Gorch Fock" kommen die Gläubiger der insolventen Elsflether Werft am Montag in Nordenham zu ihrer ersten Versammlung zusammen. Bei der Überholung des Traditionsseglers der Bundesmarine sind die Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen. Statt geplant 10 Millionen Euro sind bislang mehr als 70 Millionen Euro ausgegeben worden. Die Endkosten werden auf 135 Millionen Euro geschätzt.

Die Elsflether Werft als Generalauftragnehmer der Sanierung ist seit Februar insolvent. Die neue Werftführung will in Nordenham ihre Pläne zur Fortführung des Betriebs vorstellen. Bislang haben nach Angaben des Sachwalters Per Hendrik Heerma etwa 100 Gläubiger Forderungen angemeldet. Die Frist dafür läuft noch bis zum 1. Juli.

Die "Gorch Fock" liegt derzeit im Dock der Bredo-Werft Bremerhaven, der Rumpf soll am Freitag (21.6.) wieder schwimmen. Doch Bredo will das Schiff als Pfand behalten, wenn die Marine nicht aufgelaufene Kosten in Millionenhöhe übernimmt. Der Bund weigert sich und verweist darauf, dass die Elsflether Werft Vertragspartner für Bredo sei. Dieser Streit droht die Gläubigerversammlung zu überschatten.

Die frühere Führung der Elsflether Werft hat Geld in Nebengeschäfte gesteckt, in denen es nicht mehr zu finden ist. Die Subunternehmer bei der Sanierung der "Gorch Fock" konnten nicht mehr bezahlt werden, was zu der Insolvenz geführt hat. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt deshalb wegen Untreue gegen die zwei Ex-Chefs der Werft. Außerdem hat ein Mitarbeiter des Marinearsenals in Wilhelmshaven Korruption eingeräumt.

Die Kostenexplosion bei der Sanierung des Schulschiffs ist misslich auch für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Der Bundesrechnungshof hält der Marine vor, sie sei in die Sanierung eingestiegen, ohne den Zustand der "Gorch Fock" genau zu kennen. Die Wirtschaftlichkeit der Sanierung sei nicht geprüft worden. Im Verteidigungsministerium wurden die Kostensteigerungen immer wieder gegenüber der Ministerin begründet. Trotz der Schwierigkeiten will die Marine aber nicht auf die "Gorch Fock" verzichten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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