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Angeklagte Erzieherin: "Schrecklichster Tag meines Lebens"

Ahrensburg  

Angeklagte Erzieherin: "Schrecklichster Tag meines Lebens"

17.06.2019, 12:27 Uhr | dpa

Angeklagte Erzieherin: "Schrecklichster Tag meines Lebens". Sitzungssaal des Amtsgerichts Ahrensburg

Blick in den Sitzungssaal des Amtsgerichts Ahrensburg. Foto: Daniel Bockwoldt (Quelle: dpa)

Fast drei Jahre nach dem Unfall-Tod eines Zweijährigen auf einer Kita-Reise hat am Amtsgericht Ahrensburg der Prozess gegen die mutmaßlich verantwortliche Erzieherin begonnen. Der Junge war am 18. Juli 2016 auf dem Gelände eines Jugendheims in Hoisdorf im Kreis Stormarn in einen Teich gefallen und ertrunken. Die Anklage wirft der 33-Jährigen fahrlässige Tötung vor. "Der Tod des Kindes geht mir immer noch sehr nahe", ließ die Angeklagte am Montag durch ihre Verteidigerin Gabriele Heinecke erklären. Sie empfinde es jedoch als ungerecht, ihr allein die Schuld an dem Unglück zu geben.

"Ich kann mir immer noch nicht erklären, wie das passieren konnte", ließ die 33-Jährige erklären. Blass und mit verweinten Augen sitzt sie auf der Anklagebank. Immer wieder streicht die schwangere Frau versonnen über ihren Babybauch. Wenige Sekunden, bevor eine Kollegin sie nach dem Jungen gefragte habe, habe sie ihn noch bei der Schaukel gesehen, heißt es in ihrer Erklärung.

Die 20 Kinder im Alter zwischen einem und sieben Jahren wollten mehrere Tage in dem Jugendfreizeitheim bleiben. Begleitet wurde die Gruppe von sieben Betreuern, darunter mehrere professionelle Erzieher. "Wir haben den Kindern bei einer Runde über das Gelände genau erklärt, wo Gefahrenstellen sind, was sie tun dürfen und was nicht", sagte ein Zeuge.

Der 36 Jahre alte Erzieher war einer der sieben Erwachsenen, die die Gruppe damals begleitet hatten. Bei der Beaufsichtigung der Kinder sei jeder Erzieher für einen bestimmten Bereich zuständig gewesen. Die Angeklagte hatte laut Anklage die Aufgabe, den Uferbereich im Auge zu behalten.

Unter anderem deshalb empfinde ihre Mandantin es als ungerecht, allein auf der Anklagebank zu sitzen, sagte Heinecke. Die übrigen Erzieher, die die Aufsicht über den Uferbereich und die auf der Wiese spielenden Kinder hatten, seien ebenso verantwortlich, wie die Angeklagte, sagte sie.

Aus diesem Grund verweigerte ein am Montag als Zeuge geladener Erzieher die Aussage. Zuvor hatte die Richterin ihn darauf hingewiesen, dass er sich vor Gericht nicht selbst belasten müsse. Eine zweite Zeugin wollte vor ihrer Entscheidung mit einem Anwalt sprechen. Der Prozess wird am 24. Juni mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt. Ein Urteil wird im Juli erwartet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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