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Bedrohter Ex-Bürgermeister will mehr Beistand für Politiker

Berlin  

Bedrohter Ex-Bürgermeister will mehr Beistand für Politiker

20.06.2019, 11:03 Uhr | dpa

Bedrohter Ex-Bürgermeister will mehr Beistand für Politiker. Markus Nierth

Der zurückgetretene ehrenamtliche Ortsbürgermeister von Tröglitz (Sachsen-Anhalt), Markus Nierth. Foto: Jan Woitas/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach dem wahrscheinlich von einem Rechtsextremisten verübten Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) hat ein anderer von Drohungen betroffener ehemaliger Kommunalpolitiker für mehr Toleranz und Achtsamkeit geworben. Er wünsche sich, "dass wir den Politikern vor Ort beistehen, dass wir nicht in das allgemeine Demokratiegemotze oder -gejammere einstimmen oder gar den Politiker-Frust, der überall angestimmt wird", sagte der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Tröglitz in Sachsen-Anhalt, Markus Nierth, am Donnerstag im Inforadio des RBB. Nierth war nach seinem Einsatz für Asylsuchende im Jahr 2015 von Rechtsextremisten bedroht worden und von seinem Amt zurückgetreten.

Der Mord an Lübcke erinnere ihn an die vielen hasserfüllten Briefe und Morddrohungen, die er selber erhalten habe, sagte Nierth. Er und seine Familie müssten mittlerweile feststellen, "dass wir draußen sind, dass wir, ja, ein Stück weit unsere Heimat verloren haben." Das liege vor allem daran, dass "die schweigende Mitte, selbst wenn sie uns wohlgesonnen ist, sich weggeduckt hat - bis hin zu den verantwortlichen Politikern der Umgebung, gerade auf der kommunalen Ebene."

Nach dem Tod Lübckes haben weitere Politiker Morddrohungen erhalten, darunter die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Bürgermeister von Altena (Nordrhein-Westfalen), Andreas Hollstein. Sowohl Reker als auch Hollstein waren in den vergangenen Jahren zum Ziel von Attentätern geworden.

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Unter dringendem Tatverdacht sitzt ein 45-Jähriger in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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