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Debatte um stillgelegte Bahnstrecken

Schwerin  

Debatte um stillgelegte Bahnstrecken

20.06.2019, 15:22 Uhr | dpa

Die Reaktivierung stillgelegter Eisenbahnstrecken in Mecklenburg-Vorpommern bleibt ein heiß diskutiertes Thema. Ein Tag vor dem für Freitag geplanten Treffen der Bürgerinitiative für den Erhalt der Südbahn mit dem Chef der Staatskanzlei, Heiko Geue (SPD), forderte die Linke im Landtag mehr Engagement der Landesregierung für den Schienen-Nahverkehr.

Die Abgeordnete Mignon Schwenke verwies am Donnerstag auf eine Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen und der Allianz pro Schiene. Demnach würden sich in Mecklenburg-Vorpommern gut 230 Kilometer Bahntrassen ohne großen Aufwand reaktivieren, darunter auch das stillgelegte Teilstück der Südbahn. Länder wie Niedersachsen, Hessen oder Brandenburg hätten dafür gesorgt, dass wieder mehr Strecken bedient werden.

"Und sie haben die Erfahrung gemacht, dass ein besseres Angebot auch mehr Fahrgäste bringt", sagte Schwenke. Für die Entwicklung ländlicher Räume, die Entlastung der Straße und für den Klimaschutz müsse die Schiene weiter gestärkt werden.

Sprecher der Regierungsfraktionen SPD und CDU verwiesen wie auch Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) auf begrenzte finanzielle Mittel. Laut Pegel stehen für den Schienen-Nahverkehr im Nordosten pro Jahr etwa 200 Millionen Euro bereit. Im Gegensatz zu Ländern wie Hessen müsse Mecklenburg-Vorpommern rückläufige Zuschüsse vom Bund verkraften.

Der Einsatz der Mittel müsse daher klug und langfristig geplant werden. Der CDU-Abgeordnete Dietmar Eifler erinnerte daran, dass mangelnde Auslastung Grund für die Abbestellung von Bahnlinien gewesen sei. Und bei defizitären Strecken sei auch der Bund nicht bereit, in den Erhalt zu investieren.

Clemens Russell von der Bürgerinitiative Südbahn forderte, die verkehrspolitische Wende endlich zu vollziehen: "Bei allen Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim besteht eine hohe Bereitschaft, die Reaktivierung der Südbahn mit attraktiven Angeboten zu unterstützen." Da die Kassen mit Regionalisierungsmittel gut gefüllt seien, stünden alle Signale auf Grün.

Die Initiative hatte im Sommer 2018 mit dafür gesorgt, dass auf der Ende 2014 vom Land aufgegebenen Südbahn zwischen Parchim und Malchow an einigen Wochenenden Züge verkehrten. In der vorigen Sommersaison hätten rund 1000 Fahrgäste das Angebot genutzt, hieß es. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hatte das Projekt mit 50 000 Euro unterstützt.

Abgelehnt wurde ein Antrag der AfD-Fraktion, eine Machbarkeitsstudie für einen landesweiten Verkehrsverbund in Auftrag zu geben. In Ländern wie Schleswig-Holstein, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt seien mit landesweit und zum Teil auch grenzüberschreitend abgestimmten Bustarifen gute Erfahrungen gemacht worden, sagte der Abgeordnete Stephan Reuken. Minister Pegel sagte, dass die Bildung solcher Verkehrsverbünde Sache der Landkreise sei. So hätten die Stadt Rostock und der gleichnamige Landkreis einen solchen Verbund gebildet, in Westmecklenburg gebe es Gespräche dazu.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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