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Polizisten gebrauchen 1260 Mal die Waffe: meist gegen Tiere

Wiesbaden  

Polizisten gebrauchen 1260 Mal die Waffe: meist gegen Tiere

23.06.2019, 08:55 Uhr | dpa

Polizisten gebrauchen 1260 Mal die Waffe: meist gegen Tiere. Dienstwaffe

Eine Polizeibeamtin trägt ihre Dienstwaffe am Gürtel. Foto: Arne Dedert/Archiv (Quelle: dpa)

Hessische Polizisten haben im vergangenen Jahr mehr als 1260 Mal ihre Dienstwaffe abgefeuert - ganz überwiegend gegen verletzte Tiere. Mitunter zogen Beamte auch die Waffe, weil sie gefährliche Tiere töten mussten, wie aus einer Antwort des Innenministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervorgeht.

Gegen Menschen richtete sich nur ein sehr geringer Anteil der Schüsse aus Polizeiwaffen. Dabei wurden 2018 hessenweit zwei Menschen getötet und drei verletzt. 2017 feuerten in 1250 Fällen Polizisten ihre Dienstwaffe ab, dabei kamen zwei Menschen ums Leben. 2016 kam es den Angaben des Ministeriums zufolge rund 1020 Mal zum Schusswaffengebrauch, dabei kam ein Mensch zu Tode, vier Menschen wurden verletzt.

Wenn ein Polizist auf eine Person schießt, dann sei das stets die Ultima Ratio in einer Notwehrsituation, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Grün. Die hessische Polizei sei "alles andere als schießwütig", betonte er und verwies etwa auf die USA, wo 20 Mal häufiger auf Menschen geschossen werde als in Deutschland.

"Es ist mit das Übelste, was einem Beamten passieren kann, wenn er auf einen Menschen schießen muss", sagte Grün und verwies auf sozialpsychologische Hilfen bei der Polizei für die Betroffenen. Manche Kollegen hätten nach einem solchen Vorfall nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können.

Der Gewerkschaftsvorsitzende betonte, dass schnell eine Notwehrsituation entstehen könne, wenn ein Angreifer etwa ein Messer zücke. Dieses sei mindestens so gefährlich für den Beamten wie eine Schusswaffe. Bei einer Messerattacke habe ein Kollege oft keine andere Wahl, als schnell die Waffe zu ziehen. "Wenn ein Angreifer nur wenige Meter vor Ihnen steht und weiß, wie er ein Messer einsetzen muss - dann kann Ihnen keiner mehr helfen."

Für den Anstieg bei den Schusswaffeneinsätzen zwischen 2016 und 2018 um mehr als 20 Prozent hat Grün keine Erklärung. Womöglich sei die Polizei häufiger zu Wildunfällen gerufen worden. Oft seien die Beamten dann eher vor Ort als der Jagdpächter. Ehe ein verletztes Reh oder ein Fuchs dann lange leiden, erlösten es die Polizisten, erklärte Grün. Es gebe auch Fälle, bei denen ausgebüxte Kühe aus Sicherheitsgründen hätten erschossen werden müssen.

Der Sprecher des hessischen Landesjagdverbandes, Markus Stifter, sagte, es sei wichtig, verletzte Tiere nach einem Wildunfall rasch von ihrem Leiden zu erlösen. In der überwiegenden Zahl der Fälle könne kein Tierarzt mehr helfen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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