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"Erfolgreichster Schuldenbremser": Weltwirtschaftspreis

Kiel  

"Erfolgreichster Schuldenbremser": Weltwirtschaftspreis

23.06.2019, 09:02 Uhr | dpa

"Erfolgreichster Schuldenbremser": Weltwirtschaftspreis. Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, spricht in seinem Büro mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Foto: Kay Nietfeld/Archiv (Quelle: dpa)

Zum 15. Mai hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seinen Weltwirtschaftlichen Preis verliehen. Geehrt wurden am Sonntag im Kieler Rathaus Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Western Union, Hikmet Ersek, und der türkisch-amerikanische Volkswirt Daron Acemoglu vom Massachusetts Institute of Technology.

Alle drei seien sich der enormen Bedeutung verlässlicher und fairer Regeln für unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem bewusst, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr. "Wir können von ihnen unglaublich viel lernen."

Der frühere Innen- und Finanzminister Schäuble verkörpere das Politische in Deutschland wie kein anderer. "Sie sind ein herausragender Kopf und Motor der Europäischen Integration", sagte Felbermayr an Schäuble gewandt. Er sei Architekt der deutschen Einheit und "erfolgreichster Schuldenbremser in der deutschen Nachkriegsgeschichte - und das in nur einem Leben". Im Norden sage man zu so einer herausragenden Leistung: "Alter Schwede, nicht schlecht." Der CDU-Politiker sei ein Verfechter regelbasierter Ordnung in stürmischen Zeiten.

Schäuble sagte, "Ihre Laudatio hat mir natürlich gut getan". Der CDU-Politiker sprach sich für Regeln in der Finanzpolitik aus. Denn diese schafften Verlässlichkeit und Vertrauen. Staaten, die sich an finanzpolitische Regeln hielten, seien in der Vergangenheit erfolgreicher gewesen. "Es kann also nicht nur an den Regeln liegen, Wenn manche Probleme haben." Regelgebundene Politik sei keine schlechte GrunDlage für Erfolg. Verschuldung sei zudem nicht sozial. "Denn Profiteure steigender staatlicher Verschuldung sind die Vermögenden."

Den Wissenschaftspreisträger Acemoglu nannte der IfW-Präsident einen "echten Superstar der Ökonomie". Er habe die Gabe, wissenschaftliche Zusammenhänge bildlich darzustellen. "Seine Forschung zeigt, dass die institutionelle Qualität eines Landes über sein Wohlergehen entscheidet und wichtiger ist als die geografischen oder klimatische Bedingungen." Sei ein Land durch demokratische Wahlen, wirtschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten für alle und individuelle Eigentumsrechts geprägt, könne es den Aufstieg schaffen.

Wirtschaftspreisträger Ersek bezeichnete Felbermayr als Kosmopoliten. "Seine Firma ist für Millionen von Migranten ein vertrauenswürdiger Partner, aber auch nicht frei von Kritik." Für diese Menschen sei es eine sinnvolle Dienstleistung, die ihnen hilft, ihre Familien in der Heimat zu unterstützen. "Er hat Western Union einen starken moralischen Kompass gegeben." Der Sohn einer Österreicherin und eines Türken habe in seinen Rollen oft erfahren, dass Gesinnungsethik und Verantwortungsethik in einem schwierigen Spannungsverhältnis stehen.

Heute führe er einen großen Konzern, sagte Ersek. Er wisse aus eigener Erfahrung aber, welche Herausforderungen Migranten zu bewältigen hätten. "Ich bin zuversichtlich, dass die Hoffnung, die Brücken zwischen Menschen und Kulturen baut, stärker ist als die Angst, die Mauern baut."

Das Institut ehrt mit dem Preis gemeinsam mit der Stadt und der IHK Schleswig-Holstein in den Kategorien Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft. Die Preisverleihung findet traditionell im Rahmen der Kieler Woche statt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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