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Saarland: Arzt soll jahrelang Kinder an Uniklinik missbraucht haben

Uniklinik des Saarlandes  

Assistenzarzt soll sich jahrelang an Kindern vergriffen haben

24.06.2019, 16:56 Uhr | dpa

Saarland: Arzt soll jahrelang Kinder an Uniklinik missbraucht haben. Krankenhaus-Arzt in OP-Kleidung: Zwischen 2010 bis 2014 soll ein Assistenzarzt im Saarland Kinder missbraucht haben. (Symbolbild) (Quelle: imago images)

Krankenhaus-Arzt in OP-Kleidung: Zwischen 2010 bis 2014 soll ein Assistenzarzt im Saarland Kinder missbraucht haben. (Symbolbild) (Quelle: imago images)

Ein inzwischen gestorbener Assistenzarzt soll an der Uniklinik des Saarlandes unnnötige Untersuchungen an Kindern vorgenommen haben. Jetzt will die Krankenhausleitung aufklären.

Ein bereits verstorbener Assistenzarzt soll bis 2014 am Universitätsklinikum des Saarlandes mehrere Kinder sexuell missbraucht haben. Es bestehe der Verdacht, dass er in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie "nicht medizinisch notwendige Untersuchungen" im intimen Bereich an Kindern vorgenommen habe, "die als Routinemaßnahmen dargestellt wurden", sagte der Sprecher des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg. Der Mediziner wurde 2014 entlassen. Ermittlungen gegen ihn wurden nach seinem Tod 2016 eingestellt. Zuvor hatte das ARD-Magazin "Monitor" über den Fall berichtet.

Laut "Monitor" war der Arzt von 2010 bis 2014 an der Uni-Klinik beschäftigt. Mögliche Opfer und deren Eltern seien nicht über die Verdachtsfälle informiert worden, hieß es in dem Bericht. Die Klinik hatte 2014 Strafanzeige gegen den Assistenzarzt gestellt.

Klinik will auf Pressekonferenz informieren

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) teilte am Montag mit: "Die Nachrichten aus dem Universitätsklinikum des Saarlandes erschüttern mich zutiefst. Wenn ein solcher Verdacht im Raum steht, muss umgehend eine lückenlose Aufklärung erfolgen." Das Wohl der Kinder stehe für ihn an erster Stelle. "Gerade Kinder und Jugendliche und ihre Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Vertrauen nicht durch Behandler schändlich ausgenutzt wird. So etwas darf nie wieder passieren", sagte er.
 

Das Universitätsklinikum will am heutigen Nachmittag in Homburg in einer Pressekonferenz über den möglichen Kindesmissbrauch informieren. Mit dabei sind auch Vertreter der Staatsanwaltschaft und des Wissenschaftsministeriums des Saarlandes.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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