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GEW fordert mehr Räume zur Ganztagsbetreuung in der Schule

Wiesbaden  

GEW fordert mehr Räume zur Ganztagsbetreuung in der Schule

03.07.2019, 13:05 Uhr | dpa

GEW fordert mehr Räume zur Ganztagsbetreuung in der Schule. Schulanfänger

Erstklässler während der Einschulung. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv (Quelle: dpa)

An den hessischen Schulen wird das ganztägige Betreuungsangebot ausgebaut. Zum kommenden Schuljahr 2019/20 werden 250 Schulen ihr bestehendes Angebot erweitern oder neu an dem Landesprogramm teilnehmen, kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden an. Rund 3300 Lehrerstellen sollen dafür zusätzlich zur regulären Unterrichtsabdeckung zur Verfügung gestellt werden.

Im neuen Schuljahr arbeiteten damit 1197 Schulen in Hessen ganztägig. Das entspreche einem Anteil von rund 72 Prozent aller möglichen Schulen, sagte der Kultusminister. Rund die Hälfte dieser Schulen biete dabei ein Ganztagsangebot an fünf Tagen in der Woche an. Mehr als 300 000 Schüler würden derzeit bereits an den Programmen im Land teilnehmen. Bundesweit liege Hessen bei der Betreuungsquote damit auf Platz fünf im Länderranking.

Wenn sich eine Schule für das Ganztagsprogramm des Landes entschieden habe, rücke sie in der Regel auch nicht mehr davon ab, erklärte der Kultusminister. Die Landesregierung setze aber weiter bewusst auf das Prinzip der Freiwilligkeit, betonte der CDU-Politiker. Viele Eltern seien noch immer sehr zurückhaltend, wenn es darum gehe, dass ihre Kinder verpflichtend fünf Tage in der Woche bis um 17 Uhr in der Schule sein müssten.

Auch bei den Grundschulen im Land werde das Ganztagsangebot ausgeweitet, teilte der Kultusminister mit. Im neuen Schuljahr werden über 61 Prozent der hessischen Grundschulen ganztägig arbeiten. Im Vergleich zum Schuljahr 2013/14 sei das eine Steigerung von mehr als 60 Prozent, sagte Lorz. "Das ist ein klares Indiz dafür, dass wir dem Wunsch vieler Eltern nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachkommen und am systematischen Ausbau unserer Angebote arbeiten."

Der Minister kündigte an, den bestehenden Pakt für den Nachmittag in einen Pakt für den Ganztag weiterzuentwickeln. In sieben Pilotschulen soll es ab dem neuen Schuljahr dafür eine Teilbindung mit zwei Angeboten geben: Das bedeutet nach Angaben von Lorz, dass eine Lehrkraft alle Schüler ihrer Klasse bis 14.30 Uhr begleitet. Verpflichtender Unterricht und Angebote wechselten sich bis zu dieser Zeit miteinander ab. Damit könnten Schulen zukünftig zwei Angebote in den Pakt-Schulen anbieten: Wie bisher freiwillige und nun auch verpflichtende.

Der Pakt für den Nachmittag richtet sich ausschließlich an Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen und erfolgt in Kooperation mit den Schulträgern. Das Angebot soll eine verlässliche Betreuung der Kinder von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr ermöglichen. Das Land stellt dabei rechnerisch von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr die Lehrer zur Verfügung. Danach übernehmen die Kommunen als Schulträger die restlichen Stunden. Eltern bezahlen für die zusätzliche Versorgung.

Für die Lehrergewerkschaft GEW und die Opposition im hessischen Landtag gehen die Pläne der Landesregierung aber nicht weit genug. GEW-Landeschefin Maike Wiedwald forderte, für die Ganztagsbetreuung in den Schulen müssen deutlich mehr Räume zur Verfügung gestellt werden. Die Ganztagsschulen brauchten Raum zum Spielen und Toben für die Kinder, aber auch für Kleingruppen, zum Arbeiten für die Schüler und die Beschäftigten sowie für das Mittagessen, sagte die Gewerkschafterin der Deutschen Presse-Agentur. "Den Ganztagsschulen fehlt es aber an Raum ohne Ende."

Skeptisch äußerte sich die GEW-Landeschefin zum Ganztagsangebot für die Grundschulen. "Wir haben in ganz vielen Schulen erlebt, dass der Pakt für den Nachmittag oft ein Pakt zur Senkung der Kosten für die Betreuung der Kinder war." Diese Regelung habe mehrfach dazu geführt, dass sich die Kommunen dann aus der Betreuung herausgezogen hätten.

Die Oppositionsfraktionen von SPD, Linken und FDP sprachen von ambitionslosen Plänen auf Sparflamme, zu kurz greifenden Maßnahmen und einem Vorgehen von Schwarz-Grün nach dem Motto "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen". Die Koalition wurde aufgefordert, mehr "echte" Ganztagsangebote mit einem verbindlichen Angebot zu schaffen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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