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Hunderte protestieren gegen Rechtsextreme in Themar

Themar  

Hunderte protestieren gegen Rechtsextreme in Themar

07.07.2019, 09:50 Uhr | dpa

Hunderte protestieren gegen Rechtsextreme in Themar. Rechtsrock-Festival in Themar

Teilnehmer des Rechtsrock-Festival stehen in einer Schlange vor der Einlasskontrolle der Polizei. Foto: Bodo Schackow (Quelle: dpa)

Hunderte Gegner des Rechtsrock-Festivals in Themar haben sich am Wochenende in der südthüringischen Stadt versammelt. Darunter waren mehrere Thüringer Minister und Ministerinnen sowie weitere Landespolitiker. Am Samstag versammelten sich den Veranstaltern zufolge in der Summe 800 Menschen neben dem Festivalgelände, um gegen das Konzert zu protestieren. Die Polizei registrierte in der Spitze 450 Gegendemonstranten zeitgleich vor Ort.

Am Freitag kamen laut Polizei über den Nachmittag und Abend verteilt rund 380 Festivalgänger, am Samstag 920. Das waren weniger als in den Jahren zuvor. Samstagabend vollstreckte die Polizei einen Haftbefehl gegen einen gesuchten 29-Jährigen. Dabei handelte es sich um eine Ersatzfreiheitsstrafe wegen einer nicht gezahlten Geldstrafe, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Etwa 100 Besucher hatten sich Samstagnachmittag vorübergehend in einer nahe gelegenen Gaststätte in Kloster Veßra versammelt, die als zentrale Anlaufstelle mit Blick auf rechtsextreme Musik gilt. Sowohl auf dem Festivalgelände als auch in der Gaststätte war ein Alkoholverbot verhängt worden - auf dem Gelände den ganzen Samstag, in der Gaststätte ab Samstagnachmittag bis in die Nacht zu Sonntag.

Am Freitag war Leichtbier mit bis zu 2,7 Prozent Alkohol erlaubt gewesen. Samstagmittag beschlagnahmte die Polizei auf dem Gelände 16 Bierfässer und 188 Sixpacks mit Bier. Zusätzlich hatte die Polizei eine Tankstelle in der Nähe des Festivalgeländes angemietet, die die Festivalgänger in den vergangenen Jahren zur Getränkeversorgung genutzt hatten.

Insgesamt nahm die Polizei 45 Strafanzeigen auf. Überwiegend ging es dabei um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Rechtsextreme, die etwa verbotene Zeichen tätowiert hatten, musste diese abkleben. 19 Menschen bekamen einen Platzverweis vom Festivalgelände - meist, weil sie sichtlich betrunken waren, wie der Sprecher sagte. Ein Festivalbesucher leistete Widerstand gegen Polizisten, einer beleidigte sie. 13 Menschen begingen aus Sicht der Beamten eine Ordnungswidrigkeit.

Bei dem Festival spielten am Freitag und Samstag mehrere rechtsextreme Bands. Die Polizei unterbrach am Freitag die Auftritte zweier Gruppen - in einem Fall, weil die Band ein Lied gespielt hatte, das auf dem Index stand. Gegen den Sänger der Band wurde Anzeige erstattet. Die andere Band spielte Lieder, die im Vorfeld nicht angemeldet worden waren und beging somit einen Auflagenverstoß.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) zog ein positives Fazit zum Protest gegen die Rechtsextremen. Dass dieses Jahr mehr Menschen gegen die Veranstaltung protestierten als in den Jahren zuvor sei "hocherfreulich", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Mit polizeilichen und juristischen Mitteln kann man hier nur zum Teil erfolgreich sein, deswegen braucht es den Gegenprotest", so der Minister. Er war an beiden Tagen in Themar.

Das Verhalten der Polizei fand auch die Zustimmung der Gegendemonstranten. Die Beamten agierten in diesem Jahr klar und konsequent, sagt der Sprecher des Bündnisses für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra, Thomas Jakob, der die Proteste mitorganisiert hat.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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