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Wird Kiel "Exzellenzuniversität"? Spannung bis zuletzt

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Wird Kiel "Exzellenzuniversität"? Spannung bis zuletzt

12.07.2019, 14:45 Uhr | dpa

Wird Kiel "Exzellenzuniversität"? Spannung bis zuletzt. Christian-Albrechts-Universität Kiel

Das Verwaltungsgebäude (Uni-Hochhaus) und das Audimax (l) der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Foto: Christian Charisius/Archiv (Quelle: dpa)

Das Rennen um den begehrten Status einer Exzellenzuniversität geht für die Kieler Christian-Albrechts-Universität auf die Zielgerade - am nächsten Freitag fällt in Bonn die mit Spannung erwartete Entscheidung. 19 Hochschulen sind in dem drei Jahre langen Bewerbungs- und Auswahlprozess übrig geblieben. "Wir sehen gute Chancen, dass Kiel am nächsten Freitag zu den voraussichtlich elf ausgewählten Hochschulen gehören wird", sagte Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp am Freitag.

Sollte die Hochschule im dritten Anlauf erstmals Exzellenzuniversität werden (und einzige in Schleswig-Holstein), bekäme sie zusätzlich rund 100 Millionen Euro in den nächsten sieben Jahren - 60 Millionen für 140 neue Stellen, 40 Millionen Euro für Sachmittel.

Kipp begründet die guten Chancen Kiels damit, als einzige Universität in ihrer Bewerbung die transdisziplinarische Forschung in den Fokus gerückt zu haben. Das bedeute nicht nur Zusammenarbeit von Fachdisziplinen, sondern auch mit anderen Akteuren wie der Politik, Wirtschaft und Schulen. Die Uni könne eine Moderatorenrolle in der Gesellschaft übernehmen, um Lösungen für wichtige Probleme zu erarbeiten und selber dazu beizutragen durch ihre Forschung. "Interfaces" lautet ein Grundprinzip dafür. Vereinfacht gesagt, will die Uni Kontakträume schaffen für alle Player.

Einfluss auf die Entscheidung dürfte nach Ansicht Kipps auch die im Grundgesetz verankerte Verpflichtung haben, einheitliche Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu schaffen. Daher müssten auch strukturschwächere Regionen als der Süden gestärkt werden. Die Kieler Uni habe in Schleswig-Holstein Bedeutung für die Gründung von Start ups, für die Kooperation mit der Wirtschaft, für Auftrags- und Grundlagenforschung. "Wir sind schon lange nicht mehr im Elfenbeinturm", ergänzte Uni-Sprecher Boris Pawlowski.

Sechs Standorte als Exzellenzunis gelten nach Einschätzung von Insidern als gesetzt: Zwei Unis in München, der Uni-Verbund in Berlin, Bonn, Aachen und als einzige Uni in Ostdeutschland Dresden. Offen scheint also noch die Vergabe von fünf "Exzellenz-Tickets" zu sein. Pawlowski sieht einen harten politischen Wettbewerb dabei. Im Norden hat Hamburg mit vier Exzellenzclustern - vom Bund besonders ausgestattete Forschungsvorhaben - gute Chancen. Voraussetzung, um sich überhaupt bewerben zu können, sind zwei Exzellenzcluster.

Die Tragik Kiels liegt darin, seit 2005 die Anforderungen zu erfüllen, aber dennoch nie als Exzellenzuni ausgewählt worden zu sein. Aktuell hat Kiel zwei Exzellenzcluster im Bereich Entzündungsmedizin und in der Archäologie.

Die Fieberkurve vor der Entscheidung steigt in Kiel. Am Donnerstag wird in Bonn eine Expertenkommission eine Liste mit vorgeschlagenen Exzellenzunis erarbeiten. Die 16 Bundesländer wollen sich ebenfalls auf eine Liste einigen. Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) muss zustimmen. Nur bei einem Ja aller drei erhalten Unis den Exzellenzstatus.

Die Entscheidung soll am Freitag auf einer Pressekonferenz im Bonner Wissenschaftszentrum vorgestellt werden. Im Kieler Restaurant "Seeburg" werden Kipp und seine Mitstreiter sich die Übertragung als Livestream anschauen. Auch in der Landesregierung ist man gespannt. Sie "drückt fest die Daumen, dass das Engagement und der Enthusiasmus der CAU und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern belohnt wird", sagte Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU). "Wir haben die Universität bei der Bewerbung unterstützt - bei der Vorstellung der Clusteranträge vor den Gutachtern sowie bei Vor-Ort-Begutachtung des Exzellenz-Uni-Antrags im April in Kiel waren der Ministerpräsident und ich als Fachministerin dabei - und jetzt fiebern wir natürlich mit."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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