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Kein Glyphosat in großen Städten

Kein Glyphosat in großen Städten

15.07.2019, 10:14 Uhr | dpa

Kein Glyphosat in großen Städten. Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels

Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels. Foto: Patrick Pleul/Archivbild (Quelle: dpa)

Landes- und Kommunalpolitiker in Hessen drängen auf einen Verzicht auf den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat. In den größeren Städten wie Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt oder auch Fulda, kommt das Mittel teils seit Jahren schon nicht mehr zum Einsatz, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Anders ist das in der Landwirtschaft. "Glyphosat ist noch zugelassen", sagte der Sprecher des hessischen Bauernverbandes, Bernd Weber. Und da müsse sich ein Landwirt auch drauf verlassen können.

Der Wirkstoff wurde von der heutigen Bayer-Tochter Monsanto als Herbizid auf den Markt gebracht und ist hochumstritten. Eine Unterbehörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Glyphosat 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" ein. Andere Behörden und Studien kamen zum Schluss, dass Glyphosat bei sachgemäßer Handhabung sicher sei. Nach der EU-Pflanzenschutzverordnung ist Glyphosat noch bis Ende 2022 erlaubt. Österreich verbot als erstes Land in der EU den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters. Das Verbot ist rechtlich allerdings umstritten und könnte EU-Recht widersprechen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ausdrücklich zu dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausstieg bekannt.

"Wir setzen das nicht mehr ein", sagte Gießens grüne Stadträtin Gerda Weigel-Greilich. Auch in Darmstadt ist das Mittel nach Angaben der Stadt schon seit mehr als 20 Jahren kein Thema.

Bei der Straßenreinigung in Frankfurt wurden nach Angaben des Umweltamtes noch nie chemiesche Mittel zur Unkrautvernichtung eingesetzt. Dies sei immer in Handarbeit erledigt worden. In Parks und Grünanlagen würden schon seit Anfang der 90er Jahre kein Glyphosat oder andere Herbizide mehr eingesetzt. Und auch in Kleingärten sei das kein Thema. Der Einsatz chemischer Pflanzenvernichtungsmittel sei nach der Kleingartenverordnung verboten. Im Bereich von Schottergleisen sei das Mittel 2017 letztmalig eingesetzt worden. Bei den landwirtschaftlich genutzten Pachtflächen gebe es indes kein Glyphosatverbot. Allerdings verpflichte sich jeder Pächter, mindestens ein Prozent der Fläche für eine Maßnahme zur Förderung des Artenschutzes zu nutzen.

In Kassel wird der Unkrautvernichter in Grün- und Parkanlagen nicht mehr eingesetzt. Auf den rund 300 Hektar verpachteten landwirtschaftlichen Flächen würden die Verträge bereits vorsehen, dass der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel nach Möglichkeit zu vermeiden ist, sagte ein Sprecher der Stadt. Wiesbaden hat in die Pachtverträge eigenen Angaben zufolge aufgenommen, dass kein Glyphosat eingesetzt werden darf. Auch das Land Hessen verzichtet nach Angaben des Umweltministerium auf eigenen Liegenschaften auf den Unkrautvernichter. Bei neuen Pächtern werde der Verzicht Bestandteil der Verträge.

Genau hierzu rät auch der hessische Städte- und Gemeindebund. Bei Anfragen für eine Rechtsberatung im Zusammenhang mit Pachtverträgen werde den Kommunen geraten, genau eine solche Klausel mit in die Verträge aufzunehmen. Eine Statistik, wie viele Gemeinden bereits auf den Einsatz von Glyphosat verzichten, gebe es nicht, sagte ein Sprecher.

Es gebe eine klare Vorgabe, dass Glyphosat noch bis 2022 eingesetzt werden dürfe, sagte der Sprecher des Bauernverbandes, Weber. Der Einsatz des Mittels in Hessen sei überschaubar und werde nur bei Problemunkräutern erwogen. "Das ist eine Notlösung." Zudem seien die Bauern sehr gut ausgebildet. "Die Landwirte wissen schon, wann sie so etwas einsetzen." Nach Angaben des Umweltministeriums wird bei der konventionellen Landwirtschaft finanziell gefördert, wenn umweltfreundliche Methoden eingesetzt und auf Herbizide zunehmend verzichtet wird.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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