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Eugal-Gaspipeline: Erster Strang fast fertig verschweißt

Kassel  

Eugal-Gaspipeline: Erster Strang fast fertig verschweißt

16.07.2019, 18:05 Uhr | dpa

Eugal-Gaspipeline: Erster Strang fast fertig verschweißt. Gas-Pipeline Eugal im Bau

Ein Pipeline-Stück der Erdgaspipeline Eugal wird bei Anklam ins Erdreich verlegt. Foto: Stefan Sauer/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Bau der Gaspipeline Eugal, die russisches Erdgas von Lubmin in Vorpommern bis Tschechien transportieren soll, kommt planmäßig voran. Von rund 480 Kilometern des ersten Stranges der riesigen Rohrleitung sind bisher knapp 470 Kilometer verschweißt und etwa 75 Prozent schon in den Boden abgesenkt, wie Ludger Hümbs als Eugal-Projektleiter der Gascade Gastransport GmbH am Dienstag bei einem Besuch von Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) in Anklam sagte. Durch diese Leitung mit einem Durchmesser von 1,40 Metern, die bei Radeland (Brandenburg) und Deutschneudorf (Sachsen) zusätzliche Verdichterstationen erhält, soll ab Januar 2020 Gas fließen.

Am zweiten Strang der "Europäische Gasanbindungsleitung", der parallel über 329 Kilometer bis Südbrandenburg verlegt wird und 2021 fertig sein soll, werde auch schon gearbeitet. Insgesamt seien derzeit rund 2000 Menschen aus 21 Nationen bei dem Großprojekt beschäftigt. Ein Großteil der insgesamt rund 47 000 Rohre wurde bei einem Spezialhersteller in Mühlheim/Ruhr hergestellt.

"Wir brauchen diese Leitungen für die Versorgungssicherheit in Europa und als Brückentechnologie, um das Kernkraftzeitalter hinter uns zu lassen", betonte Backhaus, der sich ansah, wie ein 36-Meter-Rohr mit hohem Druck unter einer Eichenallee durchgepresst wurde, um die Bäume zu schonen. Erdgas sei für die Chemieindustrie, zur Strom- und Wärmeerzeugung und als Ausgleichsspeicher für erneuerbare Energien unverzichtbar in Europa. Das werde auch angesichts aktueller politischer Debatten um eine sichere Energieversorgung in Europa deutlich.

Zudem sei Erdgas mit 25 Prozent weniger Kohlendioxidemissionen als Erdöl auch klimafreundlicher als andere fossile Träger, meinte Backhaus. Er dankte dem Unternehmen für seinen "besonnenen Umgang" mit Protest. So hatten im Mai einige junge Leute eine Baustelle bei Wrangelsburg südlich von Greifswald kurzzeitig besetzt, um auf "Klimaschäden durch Erdgas" aufmerksam zu machen. Die Firma hatte die Arbeiten zeitweise gestoppt, damit niemand verletzt wurde, bis die Aktion vorbei war.

Die Eugal ist bis nach Tschechien mehrfach mit Strängen in Richtung Westen verbunden. Grundsätzlich sollen über die Nordstream-2-Leitung rund 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr fließen, die zu vier Fünftel über die Eugal-Leitung und ein Fünftel über die bereits bestehende Leitung von Lubmin nach Westen fließen sollen. Den Bedarf hätten Befragungen im Vorfeld ergeben, sagte Hümbs. Dies sei auch im Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur von 2018 bis 2028 verankert. An dem Erbauer und Betreiber der Eugal-Leitung, der Gascade, sind der russische Gaskonzern Gazprom und die BASF je zur Hälfte beteiligt, wie Hümbs erklärte.

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Trasse in Tiefen zwischen drei und sechs Metern. Durch die Arbeiten können Geologen zugleich die geologischen Schichten im Nordosten neu untersuchen und einige Unklarheiten in der eiszeitlichen Geologie beseitigen. 

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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