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Juni-Hitze bringt Getreidebauern ins Schwitzen

Hüttenberg  

Juni-Hitze bringt Getreidebauern ins Schwitzen

18.07.2019, 02:33 Uhr | dpa

Juni-Hitze bringt Getreidebauern ins Schwitzen. Getreideernte mit dem Mähdrescher

Ein Mähdrescher erntet ein Getreidefeld ab. Foto: Boris Roessler/Archivbild (Quelle: dpa)

Während der Hitzewelle Ende Juni kam Bauer Hartmut Lang schon beim Blick aus dem kühlen Wohnzimmer auf seine Weizenfelder ins Schwitzen. Die Ähren des Winterweizens rund um seinen Hof bei Hüttenberg im Lahn-Dill-Kreis reiften bei Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke viel zu schnell. "Das war wie im Backofen", erinnerte sich Lang. Binnen weniger Tage verfärbten sich die noch grünen Ähren knallgelb bis weiß - und das ausgerechnet in der Zeit, in der die Pflanze ihre Körner bildet.

"Das wird Ertrag kosten", sagte der Präsident des hessischen Bauernverbandes Karsten Schmal am Donnerstag anlässlich einer ersten Ernteprognose. Die Weizenkörner hätten sich wegen der Hitze nicht so stark entwickelt. Weil zudem Regen fehlte, erwartet der Verband vor allem auf Böden, die nicht viel Wasser speichern können, einen unterdurchschnittlichen Ertrag. Der Anbau von Weizen macht mehr als die Hälfte der hessischen Getreideanbaufläche aus. Die Ernte soll an diesem Wochenende landesweit beginnen.

Beim Hafer- und Roggen-Anbau könnte die Trockenheit ebenfalls Spuren hinterlassen, befürchtet der Verband. Anders sieht es dagegen bei der Wintergerstenernte aus, die vor allem in Südhessen weitgehend abgeschlossen ist. "Bei dem, was bis jetzt gedroschen ist, sind die Erträge etwa zehn Prozent höher als im letzten Jahr", berichtete Schmal. Diese Getreideart habe die Wärmephase im Juni noch am besten überstanden.

Verhalten optimistisch sind die Landwirte auch beim Futtermittelanbau. Der erste und zweite Silageschnitt fiel in den meisten Regionen Hessens ordentlich aus. "Doch dann kam die Trockenheit. Die Wiesen sind regelrecht verbrannt", sagte Schmal. "Wenn es jetzt wieder warm wird, ist da auch nicht mehr viel zu erwarten." Damit sich die Weiden erholen und auch Kartoffeln, Rüben und Mais noch kräftig zulegen, hoffen die Landwirte nun auf "erhebliche Regenmengen".

Das Wasser fehlte bereits im Dürrejahr 2018 und setzt vielen hessischen Bauern noch immer zu. "In den tieferen Bodenschichten ist überhaupt keine Feuchtigkeit vorhanden", berichtete Schmal. Vor allem bei der Raps-Aussaat im vergangenen August bereitete die Trockenheit Schwierigkeiten. "Man kam sich vor wie in der Wüste", erinnerte sich Schmal. Viele Landwirte hätten kapituliert und zunächst ausgesäte Rapsflächen wieder umgebrochen. Hessenweit gingen die Rapsflächen 2019 um mehr als ein Drittel auf rund 35 000 Hektar zurück.

Dadurch fehlt den Bauern nicht nur eine Frucht, die mit ihren Wurzeln den Boden auflockert. "Durch das Rapsschrot können wir viele Sojaimporte ersetzen", erläuterte Schmal. Bei der Vieh-Fütterung werde der Minderertrag 2019 in den nächsten Jahren voraussichtlich fehlen.

"Im Zuge des Klimawandels nehmen die Phasen mit längerer Trockenheit und punktuell hohen Niederschlägen zu", sagte der Verbandspräsident. Zuletzt hatten in diesem Frühjahr etwa 400 landwirtschaftliche Betriebe Hagelschäden gemeldet, wie aus Angaben der Vereinigten Hagelversicherung hervorgeht.

Der Bauernpräsident nahm die Ernteprognose auch zum Anlass, das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay zu kritisieren. Durch vergünstigte Zollbestimmungen für Importe wie Rind- und Geflügelfleisch sieht der Bauernverband die hessischen Betriebe gefährdet. Außerdem könnten womöglich europäische Standards beim Natur- und Pflanzenschutz unterlaufen werden. "Da wird mit ungleichen Waffen gekämpft", warnte Schmal.

Eine genauere Ernte-Prognose will der Bauernverband am Ende der Erntesaison im August abgeben. "Abrechnet wird, wenn gedroschen ist", sagte der Bauernpräsident.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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