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Sorbisches Parlament fordert Ende des Braunkohlebergbaus

Dresden  

Sorbisches Parlament fordert Ende des Braunkohlebergbaus

18.07.2019, 14:17 Uhr | dpa

Sorbisches Parlament fordert Ende des Braunkohlebergbaus. Tagebaugegnerin Edith Penk

Die Sorbin und aktive Tagebaugegnerin Edith Penk. Foto: Matthias Hiekel/Archivbild (Quelle: dpa)

Das Sorbische Parlament (Serbski Sejm) hat ein sofortiges Ende des Braunkohlebergbaus in der Lausitz verlangt und damit auch den Verzicht auf das Abbaggern der Ortschaft Mühlrose. Vertreter des Parlamentes sprachen am Donnerstag in Dresden von einer Maximalforderung, die sich freilich nicht sofort umsetzen ließe. Man wolle aber nicht, dass die Zerstörung der Lausitz erst 2038 mit dem geplanten Kohleausstieg aufhöre.

"Mühlrose ist für uns das Symbol für den Erhalt der letzten typisch sorbischen Dörfer", sagte Edith Penk, Alterspräsidenten des Sejms. Das Parlament hatte sich im Herbst 2018 konstituiert und besteht aus 24 Abgeordneten. Sie sehen in dem Gremium die erste frei gewählte Volksvertretung der Wenden und Sorben in der Lausitz. Der Sejm verlangt vor allem Selbstbestimmung bei Bildung und Kultur. Penk erinnerte auch an die Bergbaufolgen: "Über der Kohle wohnt der Mensch."

Penk zufolge sind dem Braunkohletagebau bisher schon 140 Dörfer und Ortsteile zum Opfer gefallen. In Mühlrose leben derzeit noch knapp 200 Menschen. Schätzungen zufolge wollen 40 Prozent der Einwohner gern in ihrem Heimatdorf bleiben und nicht umgesiedelt werden. Umweltverbände sowie Linke und Grüne im Landtag unterstützen den Serbski Sejm bei seiner Forderung, Mühlrose nicht abzubaggern. Nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland ist kein weiterer Tagebau nötig, um das Kraftwerk Boxberg zu beliefern.

Nach offiziellen Angaben gibt es etwa 60 000 Sorben und Wenden, von denen zwei Drittel in Sachsen leben. Das Siedlungsgebiet der Sorben liegt in Ostsachsen, die niedersorbisch sprechenden Wenden sind im Süden Brandenburgs beheimatet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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