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Streit bei Tönnies: Beirat beschäftigt sich mit Zukauf

Rheda-Wiedenbrück  

Streit bei Tönnies: Beirat beschäftigt sich mit Zukauf

22.07.2019, 15:39 Uhr | dpa

Streit bei Tönnies: Beirat beschäftigt sich mit Zukauf. Tönnies Fleischfabrik

Das Betriebsgelände des Fleischproduzenten Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen). Foto: Bernd Thissen/Archivbild (Quelle: dpa)

Der erneut aufgeflammte Streit um die Führung in Deutschlands größtem Schlachtbetrieb geht in die nächste Runde. Nachdem Robert Tönnies am Freitag das Landgericht Bielefeld eingeschaltet hatte, weil er sich bei der Übernahme von zwei deutschen Werken des schweizerischen Wurstwarenherstellers Bell Food ("Zimbo") von seinem Onkel und Mitgesellschafter Clemens Tönnies (63) übergangen gefühlt hatte, beschäftigt sich jetzt doch ein Konzern-Beirat mit dem Kauf. Eine entsprechende Mitteilung sei beim Landgericht eingegangen, wie ein Sprecher am Dienstag sagte. Der Beirat soll jetzt am 1. August zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen. Robert Tönnies (41) habe daher die Sache für erledigt erklärt. Das Unternehmen hatte am Montag noch erklärt, dass der Beirat dem Kauf nicht hätte zustimmen müssen.

In einer Stellungnahme begrüßte der Vorsitzende des Beirates das Ende des Rechtsstreits. "Obwohl das dem Beirat zuletzt am 1.7. erörterte Projekt gemäß des Einigungsvertrages nicht der Zustimmung des Beirats unterliegt, soll mit dieser weiteren Behandlung ein unnötiger Rechtsstreit verhindert werden", teilte Reinhold Festge schriftlich mit.

Der Unternehmer aus Oelde und frühere Präsident des Verbandes der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) spart nicht mit Kritik am Mitgesellschafter: "Als Beiratsvorsitzender bin ich sehr verwundert über die gerichtlichen Aktivitäten von Robert Tönnies", sagte Festge laut Mitteilung. Der Beirat sei vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages durch die Geschäftsführung informiert worden. "Auf Wunsch von Robert Tönnies sollte das Thema auch auf der Beiratssitzung am 1. Juli behandelt werden. Leider ist Robert Tönnies dieser Sitzung ferngeblieben, hat mich als Beiratsvorsitzenden aber darum gebeten keine Folgesitzung einzuberufen."

Clemens Tönnies und sein Neffe Robert haben sich über Jahre vor mehreren Gerichten über den Führungsanspruch und Gesellschafteranteile gestritten. Robert ist der Sohn und Erbe des verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies. Im April 2017 hatten die beiden dann eine außergerichtliche Einigung präsentiert. Von beiden Familienstämmen gestellte Geschäftsführer und eine neue Beiratslösung sollten Konflikte und Streitfragen bereits im Vorfeld verhindern.

Die Tönnies-Gruppe mit weltweit rund 16 000 Mitarbeitern hat 2018 mit dem Schlachten von Schweinen und Rindern einen Umsatz von 6,65 Milliarden Euro erzielt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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