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37-Jähriger gesteht Tritte im Prozess um gewaltsamen Tod

Kiel  

37-Jähriger gesteht Tritte im Prozess um gewaltsamen Tod

24.07.2019, 02:56 Uhr | dpa

37-Jähriger gesteht Tritte im Prozess um gewaltsamen Tod. Prozess wegen Totschlags

Verteidiger Matthias Schwarz (l) steht neben dem Angeklagten im Sitzungssaal im Landgericht. Foto: Andre Klohn (Quelle: dpa)

Für den gewaltsamen Tod eines Bekannten bei einem Zechgelage in Bad Segeberg muss sich ein 37-Jähriger derzeit vor dem Landgericht Kiel verantworten. Zum Prozessauftakt am Mittwoch im Saal 232 ließ sich der Angeklagte ausführlich zum Tatgeschehen am 29. Oktober vergangenen Jahres in der Wohnung des Opfers ein. "Ich wollte ihn bestimmt nicht umbringen", sagte der Mann. Die Anklage gegen ihn lautet jedoch auf Totschlag.

Vor der 8. Großen Strafkammer schilderte der Mann, sich in einer Notlage befunden zu haben. Der ebenfalls 37-Jährige sei nach der Rückkehr von dem Versuch, weiteren Schnaps zu kaufen, mit einer Machete in der Hand auf ihn losgegangen. Er habe dies mit den Händen abgewehrt, sich dabei an den Fingern verletzt und seinen Kontrahenten schließlich weggetreten. "Ich habe aus Panik auf ihn draufgetreten", sagte er. "Er war aber nicht tot."

"Ich habe nur mein Leben verteidigt", sagte der Angeklagte. "Ich bin ja nun auch kein Mörder." Laut Staatsanwaltschaft schlug der Mann "mit großer Brutalität auf seinen körperlich unterlegenen Kontrahenten ein". Der Mann bestritt jedoch, dabei auch einen stumpfen Gegenstand benutzt zu haben.

Gestenreich erläuterte der 37-Jährige in weißer Hose und weißem T-Shirt mit Aufdruck dem Vorsitzenden Richter Jörg Brommann das Tatgeschehen. Nach der Auseinandersetzung verließ der Angeklagte die Wohnung. "Ich bin nicht davon ausgegangen, dass er tot ist", sagte er.

Der Mann stammt aus schwierigen Verhältnissen. Vor Gericht schilderte er, wie sein Leben durch den Stiefvater bereits in der Schulzeit von Gewalt geprägt war. Mit 17 flog der Förderschüler zu Hause raus. Versuche, eine Lehre zu absolvieren, scheiterten. Über Alkohol und Cannabis landete er bei Ecstasy und Speed. Er fing an, mit Drogen zu dealen. Es folgten diverse Aufenthalte in Entzugskliniken.

Aus zwei Beziehungen hat der Mann zwei Söhne. Vor der Tat war er nach dem Scheitern des Zusammenlebens mit der Mutter des jüngeren Kindes eine Zeit lang obdachlos, schlief nach eigenen Angaben teilweise in Gartenhäuschen vor Baumärkten. Dann traf er das ihm seit gemeinsamen Baumhaus-Tagen bekannte Opfer, wollte bei ihm unterkommen. Es sei ihm darum gegangen, Zeit zu überbrücken. Anderthalb Monate später habe eine weitere Therapie in Lübeck beginnen sollen.

Nach der Tat setzte sich der Mann auf ein Rad und fuhr davon, zunächst in eine Spielhalle. Dort berichtet er von der Auseinandersetzung. "Das war einfach zu krass alles", sagte er. Später sei er in die Wohnung zurückgekehrt. Er habe zumindest seinen Schlafsack holen wollen. Weil der Bekannte nicht öffnete, trat der Mann die Tür ein und fand den 37-Jährigen leblos vor. Er habe erfolglos Mund-zu-Mund-Beatmung probiert. "Der ist tot. Da war ich erstmal richtig verwirrt."

Daraufhin verließ der Mann erneut die Wohnung und kaufte sich Schnaps und Bier an einer Tankstelle. Dort soll er gefragt haben, was man für einen Mord bekommt - "weil ich so geschockt war". Schließlich stellte er sich der Polizei, räumte die gewalttätige Auseinandersetzung ein.

"Ihr könnt mir soviel Strafe geben, wie ihr wollt", sagte der Mann. Ein Freund sei gestorben. Für den Prozess sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Anfang August fallen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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