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Wildkatzen: Scheue Waldbewohner brauchen Grünbrücken

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Wildkatzen: Scheue Waldbewohner brauchen Grünbrücken

15.08.2019, 05:39 Uhr | dpa

Wildkatzen: Scheue Waldbewohner brauchen Grünbrücken. Wildkatze

Eine Wildkatze (Felis silvestris). Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild (Quelle: dpa)

Etliche Wildkatzen sind in den vergangenen Jahren in Sachsen-Anhalt von Autos überfahren worden. Zuletzt wurden tote Tiere etwa in der Nähe des Harzortes Thale, an der Landstraße 91 bei Aue-Fallstein an der Grenze zu Niedersachsen gefunden. Auch an verschiedenen Stellen entlang der Bundesstraße 6n im Harz sind mehrere Kadaver gefunden worden, erklärte Nicole Hermes vom Projektbüro "Wildkatze & Co.". Das Büro gehört zum Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Petersberg (Saalekreis). Zudem habe an der Autobahn 9 zwischen Dessau-Roßlau und Halle eine überfahrene Wildkatze gelegen. Um die Tiere besser zu schützen, brauche es mehr sichere Wege für die scheuen Waldbewohner, forderte die Tierschützerin.

Eine Maßnahme, um die Gefahr für die Wildkatzen zu verringern, seien Wildtier-Tunnel und -brücken, sagte Hermes. Durch diese Bauten können die Tiere gefahrlos Straßen oder Bahnstrecken queren. So gebe es etwa an der Bundesstraße 6n eine Grünbrücke im Landschaftsschutzgebiet Harslebener Berge und Steinholz. Zudem seien Wildbrücken in dem Seelander Ortsteil Gatersleben (Salzlandkreis) sowie zwischen den Dörfern Börnecke und Westerhausen im Harz vorhanden.

Die Wildkatze sei eine hochmobile Art, sagte Hermes weiter. Sie streife durch große Gebiete. Vor allem in Wäldern mit Totholz, Gebüschen und Reisighaufen fühle sich die Wildkatze wohl. Aber auch in aufgelichteten Flächen seien die Tiere unterwegs. Es sei jedoch schwierig, den dämmerungs- und nachtaktiven Tieren zu begegnen. Genaue Zahlen zur Population könnten daher nicht genannte werden.

Deutschlandweit lebten nach aktuellen Schätzungen des BUND derzeit rund 6000 bis 8000 Wildkatzen. In Sachsen-Anhalt fühlten sich die Tiere vor allem im Harz wohl. Es wurden aber auch Wildkatzen unweit der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt, aber noch auf sächsischer Seite, etwa in der Dübener Heide oder im Auwald in Leipzig nachgewiesen. Das Landesamt für Umweltschutz schätzte die Vorkommen hierzulande zuletzt im Jahr 2013 auf rund 390 Tiere. Der BUND-Regionalverband Halle-Saalekreis konnte in Sachsen-Anhalt 124 Wildkatzen fest nachweisen.

Der BUND in Sachsen-Anhalt setze sich seit etwa zehn Jahren für den Schutz der scheuen Waldbewohner ein, sagte Hermes. Damit sich die Wildkatze weiter ausbreiten könne, brauchten die Tiere sichere Grünstreifen, um gefahrlos von Waldgebiet zu Waldgebiet streifen zu können. Das sei wichtig, um Inzucht zu vermeiden. Ziel sei, eine Art Rettungsnetz über weitere Regionen in Deutschland zu spannen.

Außerdem müssten Spaziergänger sensibilisiert werden, junge Wildkatzen nicht versehentlich mit den zahmen Haustieren zu verwechseln. Denn oft meinten sie, es handle sich um ein ausgesetztes Tier und würden es in guter Absicht mitnehmen, obwohl die Mutter der Wildkatzenbabys nur auf Beutezug sei.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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