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Klimawandel: Forscher prophezeien 1000 Jahre Erderwärmung

Klimawandel laut US-Studie unumkehrbar  

Mehr Hitze bis mindestens ins Jahr 3000 erwartet

28.01.2009, 09:08 Uhr | dapd, AFP, dpa

Schmelzende Gletscher in Patagonien: Einer US-Studie zufolge kann der Schaden nur noch begrenzt werden (Foto: dpa)Schmelzende Gletscher in Patagonien: Einer US-Studie zufolge kann der Schaden nur noch begrenzt werden (Foto: dpa)

Viele schädliche Folgen des Klimawandels sind bereits grundsätzlich unumkehrbar. Zu diesem Schluss kommt eine Studie internationaler Forscher, die am Montag vorgelegt wurde. Selbst wenn die Kohlendioxid-Emissionen sofort aufgehalten werden könnten, würden die Temperaturen weltweit mindestens bis zum Jahr 3000 hoch bleiben, heißt es darin.

"Man hat geglaubt, bei einem Stopp des CO2-Ausstoßes würde sich das Klima in 100, 200 Jahren wieder normalisieren. Das ist aber nicht wahr", sagte die Klimaforscherin Susan Solomon von der US-Behörde für die Ozeane und die Atmosphäre (NOAA).

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Trotzdem CO2 sparen

"Der Klimawandel ist langsam, aber unaufhaltbar", sagte Solomon, die zu den bekanntesten Klimaforscherinnen der Welt zählt. Das sei aber ein Grund mehr, schnell zu handeln, damit sich die langfristige Situation nicht noch weiter verschlechtert. Die Ergebnisse der Studie werden im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" vorgestellt.

Ozeane können nicht mehr so viel aufnehmen

"Wir wussten, dass Kohlendioxid, einmal in die Atmosphäre gelangt, dort tausende Jahre bleiben kann", erklärte Solomon. "Unsere Studie hilft uns aber, besser zu verstehen, auf welche Weise dieses Phänomen das Klimasystem beeinflusst." Bislang sei die globale Erwärmung von den Ozeanen verlangsamt worden, da Wasser eine Menge Energie absorbiert und sich aufwärmt, erklärte Solomon. Dieser nützliche Effekt werde aber über die Zeit hinweg geringer. Die Ozeane würden den Planeten aufwärmen, indem sie die gespeicherte Wärme an die Luft abgeben.

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Die Wissenschaftler untersuchten anhand von Messungen und Modellrechnungen ferner, welche Folgen das in der Atmosphäre aufgestaute Kohlendioxid für das Klima hat, wenn es die derzeit erreichte Konzentration von 385 Teile von einer Million - abgekürzt ppm - übersteigt. Vor Beginn des Industriezeitalters lag die CO2-Konzentration bei 280 ppm. Sollte sie auf 450 bis 600 ppm ansteigen, gäbe es im Sommer hunderte Jahre lang weniger Regen in Südeuropa, Nordafrika, im Südosten der USA sowie in Westaustralien.

Szenarien: Vermehrte Brände, steigender Meeresspiegel

Die Folgen wären den Autoren zufolge Wassermangel, vermehrte Brände, eine Ausbreitung der Wüsten sowie schwerwiegende Veränderungen des Ökosystems. Bei einer CO2-Konzentration von 600 ppm würden die Meeresspiegel der Ozeane bis zum Beginn des nächsten Jahrtausends um durchschnittlich 40 Zentimeter bis einen Meter ansteigen. Doppelt so hoch wäre der Anstieg der Meeresspiegel bei einer CO2-Konzentration von 1000 ppm.

Forscherin drängt zu schnelleren Entscheidungen

Den Forschern zufolge hält sich CO2 bei weitem länger auf einem Höchststand in der Atmosphäre hält als andere Treibhausgase, die sich relativ schnell verflüchtigten. "Wir müssen bei diesem Stoff mehr an Atommüll denken als an sauren Regen", zitierte die "Washington Post" Solomon. "Je mehr Zeit wir benötigen, um Entscheidungen über CO2 zu fällen, desto mehr unumkehrbaren Klimawandel zurren wir fest."

"Es ist nicht wie bei der Luftverschmutzung"

Wissenschaftler, die nicht an der Studie beteiligt waren, unterstützten die Forschungsarbeit. "Es ist nicht wie bei der Luftverschmutzung, wo die Luft sauber ist, wenn wir einen Schornstein abstellen", erklärte Alan Robock von der Rutgers Universität. Jonathan Overpeck von der Universität Arizona bezeichnete die Studie als "sehr wichtig für die aktuelle Debatte über die Klimapolitik".

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