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Klimaforschung: Kleine Algen beeinflussen das Klima

Plankton  

Kleine Algen beeinflussen das Klima

14.04.2009, 09:11 Uhr

Plankton-Blüte in der Barentssee bei Finnland (Foto: dpa)Plankton-Blüte in der Barentssee bei Finnland (Foto: dpa)

Das Klima ist eine komplizierte Sache. Es gibt eine unendliche Fülle von Faktoren, die bei Wissenschaftlern für rauchende Köpfe sorgen. Fabrikabgase, das grönländische Inlandeis, der Regenwald und die Wolken - all das muss in die Klimamodelle mit einfließen. Ein deutsches Wissenschaftlerteam hat jetzt ein weiteres Stück im Klimapuzzle entdeckt: Winzige Meereslebewesen, das so genannte Plankton, spielen eine große Rolle beim Klimawandel.

Die Meeresforscher konnten zeigen: Wenn sich das Meerwasser erwärmt, kann das Plankton deutlich weniger CO2 aufnehmen.

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Plankton als "biologische Kraftstoffpumpe"

Die Meere sind wichtige CO2-Speicher: Sie nehmen rund ein Drittel des Treibhausgases auf und bremsen dadurch den Klimawandel deutlich ab. "Das passiert durch ein Zusammenspiel von physikalischen, chemischen und biologischen Faktoren", erklärte Julia Wohlers, eine der Autoren der Studie, gegenüber wetter.info. "Ein Teil des CO2 wird auch vom pflanzlichen Plankton gespeichert", so die Biologin von der Universität Kiel. Das Plankton baut aus CO2 und Nährstoffen eigene Biomasse auf. Wenn die winzigen Algen absterben, sinken sie in die Tiefe und transportieren das Kohlendioxid zum Meeresboden. Wissenschaftler nennen das die "biologische Kohlenstoffpumpe".

Wärmeres Wasser heizt Klima an

Julia Wohlers und ihre Kollegen haben nun das Treiben der mikroskopischen Meereslebewesen bei unterschiedlichen Wassertemperaturen untersucht. Sie testeten Temperaturen, die den Klimaprognosen des IPCC entsprachen. Das Ergebnis: In wärmerem Wasser speichert das Plankton weniger CO2. Bei einer Erwärmung von sechs Grad ist es sogar ein Drittel weniger. Damit würde eine Erwärmung des Meerwassers den Treibhauseffekt noch einmal anheizen.

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Der Grund: Die höheren Temperaturen haben kaum Einfluss auf die Photosynthese der Algen. Im Gegensatz dazu freuen sich Bakterien sehr über das wärmere Wasser. Sie können einen größeren Teil der toten Algen abbauen, bevor sie zum Meeresboden sinken. Damit bleibt das CO2 an der Wasseroberfläche.

"Dringend weiterer Forschungsbedarf"

Die Forschungsergebnisse könnten die Prognosen über den Klimawandel verändern. "In den bisherigen Klimamodellen ist die Biologie noch kaum vertreten", sagte Julia Wohlers. Allerdings kann die Wissenschaftlerin noch nicht sagen, wie groß der Einfluss ihrer kleinen Forschungsobjekte ist. "Es ist noch zu früh, um die Größenordnung abzuschätzen", so die Biologin, "Hier besteht dringend weiterer Forschungsbedarf".

Quelle: wetter.info, mj


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