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BP: Öl könnte noch zwei bis vier Jahre sprudeln

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BP: Öl könnte noch zwei bis vier Jahre sprudeln

18.06.2010, 21:25 Uhr | APN, dpa, dapd, dpa

BP: Öl könnte noch zwei bis vier Jahre sprudeln. Ölpest im Golf von Mexiko: Ölflecken im Wasser vor der Küste von Louisiana (Foto: Reuters)

Ölflecken im Wasser vor der Küste von Louisiana (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Zwei bis vier Jahre würde es dauern, bis die Gesamtmenge des Öls aus dem beschädigten Bohrloch im Golf von Mexiko ins Meer geflossen ist. Das schätzt der Ölkonzern BP nach den Worten seines Chefs Tony Hayward angesichts der Geschwindigkeit, mit der das Öl derzeit austritt. Noch mehr als sieben Milliarden Liter Öl befänden sich in der Ölquelle, sagte Hayward vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Damit würde die Quelle noch immer 94 bis 97 Prozent ihres Öl enthalten.

BP konnte derweil Fortschritte beim Kampf gegen die Ölpest vermelden: Die beiden Entlastungsbohrungen, mit denen das Austreten des Öls vermutlich im August gestoppt werden kann, kämen schneller voran als gedacht. Die erste Bohrung könne bereits in drei bis vier Wochen abgeschlossen sein, sagte der Küstenwachen-Admiral Thad Allen. Dann könne der Konzern beginnen, Schlamm in die Quelle zu leiten, um sie zu verschließen. Allerdings sei die Operation sehr schwierig.

Sechs Stunden im Kongress befragt

Am Donnerstag hatte sich der BP-Chef in Washington sechs Stunden lang den Fragen des US-Kongresses stellen müssen. US-Politiker äußerten sich im Anschluss an das Kreuzverhör unzufrieden mit der Auskunftsbereitschaft Haywards. Der Brite habe in der mit Spannung erwarteten Anhörung die ganze Zeit "gemauert", sagte der Vorsitzende des Energieausschusses Henry Waxman. Hayward habe nicht eine Frage richtig beantworten wollen und klare Detailangaben zu den Auslösern der Katastrophe vermieden, sagte der demokratische Abgeordnete.

"Bei allem Respekt, ich glaube, Sie wollen sich aus der Affäre ziehen, Mr. Hayward", konstatierte der Republikaner Phil Gringrey während der Sitzung. Der BP-Vorstandsvorsitzende betonte mehrfach, es sei zu früh, um aus dem Sinken der Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor acht Wochen Schlussfolgerungen zu ziehen, da die Untersuchungen des Vorfalls noch liefen. Er könne keine Auskünfte darüber machen, was auf der Plattform vor dem Unfall passierte, weil er damals an den Entscheidungen nicht beteiligt gewesen sei. Es gebe jedoch keine Beweise, dass BP leichtsinnig gehandelt habe, sagte der Top-Manager.

Hayward wird abgezogen

Es war Haywards erster Auftritt vor dem Kongress seit Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko. Er nutzte ihn, um sich zu entschuldigen. "Ich war persönlich absolut erschüttert", sagte er. Die Sicherheit bei Tiefseebohrungen müsse deutlich verbessert werden. "Ich kann nicht abstreiten, dass es noch viel zu tun gibt."

BP nahm Hayward inzwischen aus der Schusslinie und wird den Manager vom Krisenmanagement am Golf von Mexiko abziehen. Hayward werde das tägliche Management der Ölpest an Robert Dudley übergeben und "mehr zu Hause sein", sagte Aufsichtsratchef Carl-Henrik Svanberg dem Fernsehsender Sky News.

Sicherheitsprobleme ignoriert

Mitglieder im Ausschuss des Repräsentantenhauses hatten Hayward zuvor in scharfen Worten vorgeworfen, Berichte über Sicherheitsprobleme auf der Bohrinsel ignoriert zu haben. Außerdem habe BP falsche Angaben über das Ausmaß des Ölaustritts ins Wasser gemacht. Für einen öffentlichen Aufschrei sorgte der Abgeordnete Joe Barton, als er sich bei Hayward für die "Politisierung der Krise" entschuldigte. Er sei "beschämt" darüber gewesen, wie US-Präsident Barack Obama die BP-Führungsriege am Vortag zu einem Treffen zitiert hätte, sagte der Republikaner. Nach massiver Kritik aus dem Weißen Haus nahm Barton seine Aussage zurück.

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