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Klimawandel löst gigantische Flüchtlingswellen aus

Klimawandel löst gigantische Flüchtlingswellen aus

07.02.2011, 09:40 Uhr | dpa

Klimawandel löst gigantische Flüchtlingswellen aus. Aktuell ist Sri Lanka von Überschwemmungen betroffen - eine Million Menschen sind auf der Flucht (Foto: AFP)

Aktuell ist Sri Lanka von Überschwemmungen betroffen - eine Million Menschen sind auf der Flucht (Foto: AFP)

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels muss Asien sich einem Bericht zufolge auf enorme Flüchtlingswellen einstellen. "Es ist klar, dass Asien und der Pazifik unter den von den Auswirkungen des Klimawandels am schwersten betroffenen Regionen sein werden", heißt es in dem Entwurf eines Berichts der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB). Die Region sei "besonders anfällig wegen ihrer starken Exposition für das Umweltrisiko und ihrer hohen Bevölkerungsdichte". Die Erderwärmung und ihre Folgen könnten daher in den kommenden Jahrzehnten "Bevölkerungsverschiebungen von bisher ungekanntem Ausmaß" haben.

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Der Berichtsentwurf fordert die asiatischen Regierungen daher auf, Vorkehrungen für die zu erwartenden Flüchtlingsströme innerhalb des Kontinents zu treffen. Dies sei ungeachtet der internationalen Bemühungen um eine Eindämmung des Klimawandels notwendig, heißt es in dem Papier, dessen endgültige Fassung in den kommenden Wochen vorgestellt werden soll.

Eine Million Flüchtlinge allein in Sri Lanka

"Die Regierungen sind nicht vorbereitet und deshalb macht die ADB diese Studie", sagte der Leiter der in der philippinischen Hauptstadt Manila ansässigen Asiatischen Entwicklungsbank, Bart Edes. Bislang gebe es "keinerlei Mechanismen der internationalen Zusammenarbeit, um die durch den Klimawandel verursachten Wanderungsbewegungen zu bewältigen".

Aktuell ist Sri Lanka von schweren Überschwemmungen betroffen, die innerhalb von zwei Tagen rund 750.000 weitere Menschen vertrieben haben. Der Katastrophenschutz des Inselstaates teilte mit, dass die Zahl der Flüchtlinge im Norden und Osten des Landes auf mehr als eine Million stieg. Etwa ein Viertel von ihnen sei in Auffanglagern der Regierung untergebracht. Die übrigen hätten bei Verwandten, Freunden oder in Tempeln Zuflucht gesucht. Den Angaben zufolge ertranken bislang mindestens 13 Menschen in den Fluten. Riesige Anbauflächen für Reis und Gemüse sowie zahlreiche Städte und Dörfer in der Region sind überschwemmt. Meteorologen haben auch für die nächsten Tage heftige Regenfälle vorausgesagt.

Fast alle Naturkatastrophenopfer leben in Asien

Bereits vor wenigen Wochen standen weite Teile im Norden und Osten Sri Lankas zeitweise unter Wasser. Nach offiziellen Angaben forderten die Überschwemmungen Anfang Januar mindestens 43 Menschenleben. Mehr als eine Million Menschen waren davon betroffen.

Nach Angaben des Zentrums zur Erforschung von Epidemien und Katastrophen (CRED) lebten vergangenes Jahr 89 Prozent der 207 Millionen Menschen, die unter Naturkatastrophen zu leiden hatten, in Asien. In China richteten Überschwemmungen und Erdrutsche 2010 demnach einen Sachschaden von 18 Milliarden Dollar (13,25 Milliarden Euro) an, die Sachschäden bei der Flutkatastrophe in Pakistan beliefen sich laut CRED auf 9,5 Milliarden Dollar.


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