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Klimawandel unaufhaltbar: CO2-Ausstoß steigt schneller als je zuvor

CO2-Ausstoß steigt schneller als je zuvor

30.05.2011, 12:17 Uhr | mbe/AFP, Spiegel Online, AFP

Klimawandel unaufhaltbar: CO2-Ausstoß steigt schneller als je zuvor. Klimakiller auf dem Vormarsch: Kohlekraftwerke (im Bild bei Hanau) tragen zum CO2-Ausstoß bei, der die Erderwärmung verursacht - allerdings nicht mit dem Wasserdampf, der aus den Kühltürmen kommt (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Klimakiller auf dem Vormarsch: Kohlekraftwerke (im Bild bei Hanau) tragen zum CO2-Ausstoß bei, der die Erderwärmung verursacht - allerdings nicht mit dem Wasserdampf, der aus den Kühltürmen kommt (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Der Kampf gegen den Klimawandel droht verlorenzugehen: Der CO2-Ausstoß ist 2010 erneut gestiegen - und zwar schneller als je zuvor, wie eine neue Statistik der Internationalen Energieagentur besagt. Die Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad sei nur noch "eine nette Utopie".

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Der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen hat im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht. Die britische Zeitung "The Guardian" berichtet am Montag über einen noch nicht offiziell veröffentlichten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA). Demnach ist der globale Kohlendioxid-Ausstoß 2010 um insgesamt 1,6 Gigatonnen gestiegen. Das ist laut IEA der bisher höchste Anstieg seit Beginn der Messungen. Insgesamt betrug die CO2-Emission im vergangenen Jahr laut IEA weltweit 30,6 Gigatonnen.

Nach den Berechnungen der Agentur sollten die Emissionen aus der Energiegewinnung bis zum Jahr 2020 nicht über 32 Gigatonnen pro Jahr liegen. Sollte der Ausstoß in diesem Jahr aber ebenso schnell steigen wie 2010, könnte die kritische Grenze neun Jahre früher als geplant erreicht werden. Das würde es praktisch unmöglich machen, den Klimawandel auf einem beherrschbaren Maß zu halten.

Rückgang wegen Krise

Zwischen 2008 und 2009 waren die Emissionen zunächst leicht zurückgegangen, was Forscher vor allem auf die globale Wirtschaftskrise zurückführten. Wegen der einsetzenden ökonomischen Erholung hatten sie für 2010 mit einem leichten Anstieg gerechnet - aber nicht mit einem so drastischen Aufwärtstrend.

"Ich bin äußerst besorgt. Das sind die schlimmsten Nachrichten zum Thema Klima", sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol dem Blatt. "Es wird zu einer außerordentlichen Herausforderung, wollen wir das Ziel noch erreichen und die Klimaerwärmung unter zwei Grad halten."

"Die Aussicht verdüstert sich"

Wissenschaftler glauben, dass eine Erwärmung von mehr als zwei Grad wahrscheinlich gefährliche Folgen für die Weltwirtschaft hätte und extreme Wetterphänomene stark zunehmen könnten. Birol sagte, dass das Erreichen des Zwei-Grad-Ziels wahrscheinlich nur noch "eine nette Utopie" sei. "Die Aussicht verdüstert sich", sagte der Wirtschaftswissenschaftler. "Das ist die Botschaft dieser Zahlen."

Im vergangenen Dezember hatten sich die Teilnehmer des Uno-Klimagipfels im mexikanischen Cancún erstmals geschlossen zur Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad bekannt. Allerdings konnten sie sich nicht auf bindende, mittelfristige Ziele zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes einigen. Doch das wäre nach Meinung von Experten die Voraussetzung dafür, dass die Emissionen wirksam gesenkt werden können.

Verheerendes Ergebnis

Der britische Ökonom Nicholas Stern, der 2006 mit dem nach ihm benannten Report über die drohenden Kosten des Klimawandels Schlagzeilen machte, zeigte sich nicht weniger besorgt als Birol. Die neuen IEA-Zahlen belegten, dass sich die Welt nahezu auf einem "business as usual"-Pfad befinde. Im Klimapolitik-Jargon steht das für ein Szenario, in dem praktisch nichts gegen die ausufernden Treibhausgas-Emissionen unternommen wird.

Nach Prognosen des UNO-Klimarats IPCC bedeute das eine 50-prozentige Chance, dass die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um mehr als vier Grad steige. "Das Ergebnis wäre verheerend", warnte Stern. "Eine solche Erwärmung würde die Leben Hunderter Millionen Menschen in aller Welt bedrohen, zu Massenmigration und Konflikten führen. Jeder, der bei Verstand ist, würde versuchen, ein solches Risiko drastisch zu reduzieren."

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