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Ausstoß von Treibhausgasen so stark gestiegen wie nie zuvor

Ausstoß von Treibhausgasen so stark gestiegen wie nie zuvor

04.11.2011, 15:55 Uhr | t-online.de, dapd

Ausstoß von Treibhausgasen so stark gestiegen wie nie zuvor. China ist der Hauptverursacher von Treibhausgasen (Quelle: Reuters)

China ist der Hauptverursacher von Treibhausgasen (Quelle: Reuters)

Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ist im vergangenen Jahr so rasant gestiegen wie noch nie. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des US-Energieministeriums hervor.

Damit wurden selbst die pessimistischsten Szenarien überboten, mit denen Experten vor vier Jahren vor der Geschwindigkeit der Erderwärmung gewarnt haben. Dem Bericht zufolge hat die Welt 2010 insgesamt 564 Millionen Tonnen mehr des Treibhausgases CO2 ausgestoßen als 2009. Das entspricht demnach einem Plus von sechs Prozent.

"Das ist ein Monster-Anstieg", sagte Gregg Marland, Geologe an der Appalachian State University. Der Wissenschaftler war an den Berechnungen für das US-Energieministerium beteiligt.

Demnach ist zusätzliche Luftverschmutzung in China und den USA die Ursache für mehr als die Hälfte des Anstiegs im vergangenen Jahr. Zudem trägt Indien massiv zu dem Anstieg der CO2-Emmissionen bei.

Verbrauch fossiler Brennstoffe steigt

Tom Boden, Leiter des Carbon Dioxide Information Analysis Center der US-Behörde, bezeichnete den Anstieg als einen "großen Sprung". "Was den Ausstoß von Treibhausgasen anbelangt ist die Finanzkrise zu Ende", sagte Boden. 2010 seien die Menschen wieder viel gereist, und die verarbeitende Industrie sei weltweit wieder auf dem Vormarsch.

Das treibe den Verbrauch fossiler Brennstoffe in die Höhe - und damit den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Besonders Indien und China nutzen immer mehr Kohle zur Energiegewinnung. Allein die Kohlendioxid-Emissionen, die durch die Verbrennung von Kohle entstehen, sind dem Bericht nach 2010 um acht Prozent gestiegen.

"Je mehr wir über die Kontrolle von Emissionen reden, desto mehr wachsen sie", klagte John Reilly, Co-Direktor des gemeinsamen Programms von Wissenschaft und Politik für globale Veränderung am Massachussetts Institut of Technology (MIT). "Das deutliche Wirtschaftswachstum in armen Ländern hat die Lebenssituation der Menschen dort verbessert." sagte er. "Doch wenn man das zunehmend auf die Kohle stützt, bringt man die Welt in Gefahr."

Weitere Nachrichten und Links

Wissenschaftler befürchten Klimakatastrophe

Als der Zwischenstaatliche Ausschuss über Klimaveränderungen (IPCC) im Jahr 2007 seinen letzten großen Bericht über die Erderwärmung herausgab, benutzte er verschiedene Szenarien für die Verschmutzung durch Kohlendioxid. Damals hieß es, der Grad der Erwärmung hänge vom Grad der Verschmutzung ab. Boden berichtete nun, nach jüngsten Erkenntnissen überträfen die weltweiten Emissionen die schlimmsten Erwartungen des IPCC. Dieser sagte eine Erderwärmung von 2,4 bis 6,4 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts voraus.

Während die Zweifler an der globale Erwärmung dem IPCC Alarmismus vorwarfen, halten die Wissenschaftler ihre Vorhersagen heute für zu konservativ, wie Reilly sagte. Granger Morgan von der Carnegie Mellon Universität sagte zu den neuen Erkenntnissen: "Wir bauen ein erschreckendes Erbe für unsere Kinder und Enkel auf."

Etwas Positives wird in dem neuen Bericht des Energieministeriums aber auch deutlich: Reilly und Andrew Weaver von der Universität von Victoria weisen darauf hin, dass die entwickelten Länder, die 1997 das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase unterzeichneten, ihre Emissionen seitdem verringert und ihr Ziel erreicht haben, den Ausstoß um acht Prozent unter den Wert von 1990 zu reduzieren. Die USA hatten das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben. 1990 hatten die entwickelten Länder noch 60 Prozent zum weltweiten Treibhausgas-Ausstoß beigetragen, heute sind es nach Reillys Angaben weniger als 50 Prozent.


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