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Wie ein Meteoriteneinschlag in Zeitlupe

t-online, Ein Interview von Uli Weih

Aktualisiert am 24.03.2012Lesedauer: 3 Min.
Klimawandel: Eigentlich weiß die Politik um die möglichen Folgen - dennoch geschieht viel zu wenig
Eigentlich weiß die Politik um die möglichen Folgen des Klimawandels - dennoch geschieht viel zu wenig (Quelle: /ap-bilder)
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Die Fakten sind jedem bekannt: Der Klimawandel schreitet immer weiter voran. Und es besteht kein Zweifel daran, dass diese katastrophale Entwicklung maßgeblich vom Mensch verursacht wird. Dennoch kann sich die Politik nicht zu einem konsequenten Handeln gegen die ErderwĂ€rmung durchringen. t-online.de sprach mit dem Direktor des Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, ĂŒber die erschreckende Tatenlosigkeit der politisch Verantwortlichen - und ĂŒber mögliche Auswege aus dem drohenden Desaster.

t-online.de: Warum geschieht so wenig von politischer Seite gegen die KlimaerwÀrmung? An fehlenden Informationen kann das ja eigentlich nicht liegen 


Prof. Hans Joachim Schellnhuber: Es gibt zwei HauptgrĂŒnde. Der eine ist die Natur unseres politischen Systems. Wir haben Nationalstaaten und keine Weltregierung. Die ErderwĂ€rmung aber ist ein globales Problem. Derzeit kann jedes Land die Verantwortung einfach einem anderen Land zuschieben. Dieses Verhalten steht der Lösung des Problems wohl dauerhaft im Weg.


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Der andere Grund liegt im Wesen des einzelnen Menschen selbst. In unserer Angewohnheit, Probleme zu verdrĂ€ngen, sie auszusitzen oder in die Zukunft zu verschieben. KlimaverĂ€nderung spĂŒren wir vielleicht in gewissen Extremereignissen, die sich hĂ€ufen, aber die tun all denen nicht weh, die nicht direkt betroffen sind. Das wirkt alles weit weg, rĂ€umlich oder zeitlich. Wenn man hört, der grönlĂ€ndische Eisschild schmilzt in 2000 Jahren, warum soll ich mich dann heute in irgendeiner Weise krummlegen?

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Hat die Politik den Ernst der Lage nicht erkannt?

Der Klimawandel ist so etwas wie ein Meteoriteneinschlag in Zeitlupe, in Superzeitlupe sogar. Er vollzieht sich ĂŒber viele Jahrzehnte. Wenn das Ganze innerhalb von zwei Jahren geschehen wĂŒrde, wenn wir zum Beispiel wĂŒssten, Grönland schmilzt innerhalb von zwei Jahren ab, dann wĂŒrde die Weltgemeinschaft reagieren. So jedoch kommen die weit verbreitete UnfĂ€higkeit zum langfristigen Denken, und die vielen nationalen Interessen zum Tragen. Wir dĂŒrfen auch nicht vergessen, dass sich manche LĂ€nder, wie etwa Russland, vom Klimawandel mittelfristig Vorteile versprechen.

Warum dieser zĂ€he Kampf um klimafreundliche Maßnahmen?

Eigentlich geht es darum, wie die Weltwirtschaft in Zukunft aussehen wird. Und es weiß jeder, dass sie nicht auf fossile Brennstoffe aufgebaut sein kann. Momentan gibt es ein großes Ringen der alten Industrien, so wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurden, basierend auf Öl, Kohle, Gas, Uran. Ihnen stehen schon einzelne VorlĂ€ufer einer neuen Wirtschaftsform gegenĂŒber. Dazu zĂ€hlen etwa erneuerbare Energien oder auch Kreislaufwirtschaften. Dieses Ringen wird mit harten Bandagen ausgetragen.

Wenn ich jetzt Vorstandschef eines großen Energieversorgungsunternehmens wĂ€re, dann wĂŒrde ich auch versuchen, meinen Einfluss geltend zu machen, damit sich mein GeschĂ€ftsfeld sich möglichst nicht verĂ€ndert. Aber im Interesse der Menschheit muss es sich verĂ€ndern. Und eigentlich könnten auch diese alten Unternehmen davon profitieren, wenn sie sich neue GeschĂ€ftsmodelle erschließen.

Gibt es Szenarien fĂŒr Alternativen?

Eine Vision ist die Methanisierung. Wind und Sonne fluktuieren natĂŒrlich stark, und ein zentrales Problem ist es, die Energie zu speichern bis sie gebraucht wird. Manchmal, wenn gar nicht viel Energie gebraucht wird, weht der Wind sehr stark. Diese ĂŒberschĂŒssige Energie könnte man nutzen, um Wasserstoff zu produzieren und daraus Methan zu entwickeln. Dabei ließe sich sogar noch CO2 aus Kraftwerksabgasen einsetzen. Die komplette Erdgas-Infrastruktur in Deutschland stĂŒnde fĂŒr die Energieversorgung zur VerfĂŒgung. Das Speicherproblem wĂ€re weitgehend gelöst.

Ein beliebtes Argument der Gegner einer konsequenten VerÀnderung ist die Drohung mit dem Verlust von ArbeitsplÀtzen


Die erneuerbaren Energien funktionieren im Vergleich zu den großen Kohlekraftwerken und Kernreaktoren viel dezentraler. Kleine mittelstĂ€ndische Unternehmen wĂŒrden sehr viele Möglichkeiten haben, um Gewinn zu schöpfen. Die Technik ist zum Teil arbeitsintensiv, da wĂŒrden ArbeitsplĂ€tze entstehen. Das gilt auch fĂŒr das Steigern der Energie-Effizienz, etwa wenn die WĂ€rmedĂ€mmung von WohnhĂ€usern flĂ€chendeckend verbessert wĂŒrde. Generell wĂŒrde eine solche Transformation arbeitsmarktförderlich sein, das ist gar keine Frage.

Es geht auch gar nicht darum, gibt es mehr oder weniger ArbeitsplĂ€tze – es gibt neue ArbeitsplĂ€tze. Die sogenannten Besitzstandwahrer wollen natĂŒrlich ihr Revier verteidigen. Deswegen ist die Politik gefordert: Sie muss Strukturmaßnahmen ergreifen.

WofĂŒr lohnt sich das bisweilen frustrierende Engagement fĂŒrs Klima?

Es geht vor allem um Generationengerechtigkeit. Das ist das Entscheidende. Ich habe einmal von der "Diktatur des Jetzt" gesprochen. Man plĂŒndert die Vergangenheit - wir verbrauchen heute in einem Jahr so viel Erdöl, wie sich in fĂŒnf Millionen Jahren gebildet hat. Das kann man nicht als nachhaltig bezeichnen. Wir zerstören aber auch gleichzeitig viele Optionen fĂŒr kommende Generationen. Wenn man sich das vor Augen fĂŒhrt, erfasst einen schon die Scham.
Wenn wir nicht nur ĂŒber ArbeitsplĂ€tze oder Wettbewerb reden, sondern auch ĂŒber Verantwortung, fĂŒr seine Mitmenschen und seine Nachkommen, dann kann man eigentlich gar nicht anders, als versuchen, das Klima stabil zu halten.

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