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Dienstwagen: Die schlimmsten Klimasünder unter Deutschlands Spitzenpolitkern

Bouffiers 500-PS-Dienstwagen enttarnt

09.05.2012, 09:52 Uhr | dpa

Dienstwagen: Die schlimmsten Klimasünder unter Deutschlands Spitzenpolitkern. 277 Gramm CO2 pro Kilometer: Hessens Regierungschef Bouffier hat angeblich keine andere Wahl (Quelle: dapd)

277 Gramm CO2 pro Kilometer: Hessens Regierungschef Bouffier hat angeblich keine andere Wahl (Quelle: dapd)

Wenn Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in seinen gepanzerten Dienstwagen steigt, kommt er trotz des enormen Gewichts des BMW 750i schnell und bequem ans Ziel. Kein Wunder: die Limousine hat 407 PS und schafft 250 Kilometer pro Stunde. Doch unterwegs wird mehr als doppelt so viel Treibhausgas in die Luft geblasen als die EU-Richtlinie vorsieht. Nur unwesentlich schlechter fällt das Ergebnis bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) aus.

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"Ihn mussten wir sogar verklagen", berichtet Jürgen Resch, der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die alle Dienstwagen der Bundesminister und Ministerpräsidenten unter die Lupe genommen hat.

Bouffier hatte sich geweigert, die Daten freiwillig herauszugeben. Er kommt mit 277 Gramm pro Kilometer auf denselben Wert wie NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Damit zähle er zur "großen Koalition der Klimakiller", kritisiert Resch. Seehofers Dienstwagen bläst pro Kilometer noch ein Gramm mehr in die Luft.

Staatskanzlei bemüht sich um Schadensbegrenzung

Die hessische Landesregierung bemüht sich um Schadensbegrenzung: Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer betont, es gebe nur sehr wenige Hersteller, die Fahrzeuge mit Sicherheitsaufbauten anböten. Von den geeigneten Fahrzeugmodellen habe Bouffier das mit dem niedrigsten CO2-Ausstoß. "Mehr kann der hessische Ministerpräsident nicht machen."

Insgesamt ist das Ergebnis der DUH-Untersuchung mehr als ernüchternd. "Jeder zweite Ministerpräsident bekommt eine rote Karte", sagt Resch. Sie wird für Autos mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 196 Gramm pro Kilometer vergeben. Der Zielwert der Europäischen Union liegt bei 130 Gramm.

Gegenüber dem Vorjahr verschlechterte sich der beste Emissionswert nach DUH-Angaben um 32 Prozent - von 92 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer auf 123 Gramm. Damals setzten einzelne Politiker noch auf japanische Hersteller von Hybrid-Autos.

Kein Dienstwagen schafft den Zielwert

Sind also alle Politiker Klimasünder? Nicht ganz. Zumindest für die Mitglieder der Bundesregierung gibt es keine roten Karten. Positiv fällt die Bilanz aber auch nicht aus: "Kein Dienstwagen der Bundesminister, deren Daten erhoben wurden, schafft den EU-Zielwert", sagt Resch.

Schlusslicht ist Gesundheitsminister Daniel Bahr mit 183 Gramm CO2 pro Kilometer. Am wenigsten klimaschädlich fährt Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (beide FDP) - wirklich umweltfreundlich unterwegs ist sie mit 149 Gramm pro Kilometer allerdings auch nicht. Und der Umweltminister? Auch Norbert Röttgen (CDU) geht nicht mit gutem Beispiel voran - er landet im Mittelfeld.

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