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Der Todessto├č f├╝r die Maya-Kultur

Von dpa
Aktualisiert am 30.11.2012Lesedauer: 2 Min.
Vor rund 1000 Jahren ging es mit der Maya-Kultur bergab
Vor rund 1000 Jahren ging es mit der Maya-Kultur bergab (Quelle: /dapd)
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Eine internationale Forschergruppe sieht ihre These zum Untergang der Maya best├Ątigt: Aus neuen, sehr detaillierten Daten ├╝ber die Niederschl├Ąge in den Jahren 300 bis 1100 nach Christus folgern die Wissenschaftler, dass immer neue D├╝rreperioden die Maya-Kultur in die Knie zwangen.

Der ausbleibende Regen schw├Ąchte die Maya zun├Ąchst und lie├č sie schlie├člich ganz verschwinden. Ihre Analyse der Kalkablagerungen in einer Tropfsteinh├Âhle von Mittelamerika pr├Ąsentierten die Forscher im US-Journal "Science".


Foto-Serie: Der Untergang der Maya

Untergang der Maya-Kultur
Untergang der Maya-Kultur
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Das Team um Douglas Kennett von der Pennsylvania State University untersuchte die Stalagmiten, also vom Boden aufw├Ąrts wachsenden Tropfsteins├Ąulen der Yok Balum-H├Âhle in Belize, wo vor ├╝ber einem Jahrtausend die Maya-Kultur bl├╝hte. Kern der Untersuchung waren Isotope, das sind unterschiedlich schwere Sorten eines Atoms.

"Zeitkarte des Regens"

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Der Gehalt der verschiedenen Sauerstoff-Isotope in den langsamen, aber stetigen Ablagerungen l├Ąsst einen detaillierten R├╝ckschluss zu auf die Regenmenge, die dort niederging. Gleichzeitig wurde das Alter der Ablagerungsschichten mit weiteren Isotopen bestimmt. Diese Zeitkarte des Regens verglichen die Forscher mit dem aus vielf├Ąltigen Schriften der Maya bekannten Zustand ihrer Kultur.

Dabei erstellten sie etwa einen Kriegs-Index aus dem relativen Vorkommen von Schriftzeichen, die auf Streit und Konflikte im Laufe der Zeit hindeuteten. Besonders hilfreich war, dass die Maya detaillierte Kalenderdaten ├╝ber die Abfolge ihrer Herrscher hinterlie├čen.

Wohlstand bei Regen, Zusammenbruch nach D├╝rre

Aus dieser Gegen├╝berstellung konnten die Forscher ein deutliches Muster f├╝r die Jahre 300 bis 1100 ablesen: Danach erlebte die Maya-Kultur zwischen 400 und 660 eine Periode der Expansion, des verst├Ąrkten St├Ądtebaus und allgemeinen Wohlstands. Genau diese Periode zeichnete sich auch durch reichhaltige Regenf├Ąlle aus.

Danach folgte allerdings eine Zeit wiederkehrender D├╝rrejahre, w├Ąhrend derer die Agrarproduktion nachlie├č. Die Folge war ein Zusammenbruch der Zentralmacht, die Aufspaltung in verschiedene Gemeinschaften und ein allgemeiner politischer und gesellschaftlicher Niedergang.

Endg├╝ltiges Aus

Das endg├╝ltige Aus f├╝r die einst hoch entwickelte Maya-Kultur fiel schlie├člich zusammen mit zwei besonders starken D├╝rreperioden um die Jahre 1020 und 1100. Sie trafen nach Forscherangaben die bereits stark angegriffene und in Kleinstaaten aufgespaltene Gesellschaft hart und brachte die Maya-Kultur endg├╝ltig zum Erl├Âschen.

"Die Effekte von Klima├Ąnderungen sind komplex und verlaufen auf verschiedenen Zeitskalen. Abrupte Klimawandel sind sicherlich nur ein Teil der Geschichte", betonte Hauptautor Kennett jedoch. "Die vorhergehenden Bedingungen, die die Komplexit├Ąt der Gesellschaft f├Ârderten, bauten sozusagen die B├╝hne auf f├╝r die sp├Ąteren Probleme und den Niedergang der politischen Institutionen."

Ursache schon l├Ąnger vermutet

Die neuen Analysen aus den Stalagmiten-Ablagerungen bieten den Forschern zufolge die bisher genauesten Daten zum Niederschlag in der Maya-Periode. Eine Reihe von D├╝rreperioden wird allerdings schon l├Ąnger als Ursache f├╝r den Untergang der Maya-Hochkultur vermutet.

So hatte etwa Gerald Haug vom Geoforschungszentrum in Potsdam bereits im Jahre 2000 den zeitlichen Ablauf von Niederschl├Ągen in Mittelamerika aus Meeres-Sedimenten vor Venezuela abgeleitet und ebenfalls Hinweise auf ausgepr├Ągte D├╝rreperioden gefunden.

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