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Arktis könnte zukünftig wieder eisfrei sein

Arktis könnte zukünftig wieder eisfrei sein

10.05.2013, 13:25 Uhr | AFP

Arktis könnte zukünftig wieder eisfrei sein. Eisschollen in der Arktis (Quelle: imago / CHROMORANGE)

Eisschollen in der Arktis - der Nordpol war vor Millionen Jahren bereits eisfrei (Quelle: imago / CHROMORANGE)

In der Arktis herrschten vor Millionen Jahren warme Temperaturen - und sie könnte auch künftig wieder eisfrei sein. Dies ergab die Untersuchung eines Bohrkerns vom Grund eines Sees im Nordosten Sibiriens, wie aus einer in der US-Fachzeitschrift "Science" veröffentlichen Studie hervorgeht. Demnach war die Arktis in der Zeit vor 2,2 bis 3,6 Millionen Jahren sehr warm - in einer Epoche, in der die Atmosphäre nicht viel mehr Kohlendioxid (CO2) enthalten haben soll als heute.

"Dies könnte uns Hinweise auf die Entwicklung in der nahen Zukunft geben", schrieb das internationale Forscherteam unter Leitung von Julie Brigham-Grette von der US-Universität von Massachusetts im Amherst. "In anderen Worten: Das System Erde reagiert auf geringe Veränderungen des CO2-Gehalts stärker als in früheren Klima-Modellen vorhergesagt."

Sommertemperaturen bis 16 Grad

Die Studie beruht auf der Analyse eines Bohrkerns aus dem eisbedeckten Elgygytgyn-See, der 100 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt und durch einen Meteoriteneinschlag vor 3,6 Millionen Jahren entstand. Bei der Untersuchung der Sedimente stießen die Forscher auf Belege, dass es früher ausgedehnte Warmzeiten mit viel Niederschlag in der Arktis gab - bei Sommertemperaturen um 15 bis 16 Grad Celsius, das sind acht Grad mehr als heute.

Diese außergewöhnlichen Warmzeiten nördlich des Polarkreises fielen den Forschern zufolge zeitlich mit einer 1,2 Millionen Jahre währenden Phase zusammen, in der das westantarktische Eisschild nicht existierte. Beide Erdpole könnten somit so etwas wie eine gemeinsame Geschichte haben.

"Auffällige Übereinstimmungen" zwischen Arktis und Antarktis

Das Forscherteam, darunter Martin Melles von der Universität Köln und Pavel Minyuk vom NEISR-Institut im russischen Magadan, hatte bereits im Juli 2012 eine erste Studie über die Auswertung von Klimadaten veröffentlicht, die bei Bohrungen in dem russischen See gewonnen worden waren.

Die damals gewonnenen Daten betrafen die Zeit von vor 2,8 Millionen Jahren bis zur Gegenwart. Die Forscher hatten bereits im vergangenen Jahr von auffälligen Übereinstimmungen der Warmzeiten in der Arktis mit großen Abschmelzereignissen in der Antarktis berichtet.

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