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Klimawandel bedroht Lebensraum vieler Arten

Klimawandel bedroht Lebensraum vieler Arten

13.05.2013, 15:51 Uhr | t-online.de, AFP

Klimawandel bedroht Lebensraum vieler Arten. Der natürliche Lebensraum vieler Arten ist bedroht, einige Tiere suchen sich deswegen ein neues Heim in Städten (Quelle: imago images/Kai Horstmann)

Der natürliche Lebensraum vieler Arten ist bedroht, einige Tiere suchen sich deswegen ein neues Heim in Städten (Quelle: Kai Horstmann/imago images)

Durch den Klimawandel werden laut einer Studie voraussichtlich ein Drittel der häufigsten Tierarten und mehr als die Hälfte der Pflanzenarten bis zum Jahr 2080 die Hälfte ihres Lebensraums verlieren. Bereits jetzt dringen viele Tiere in die Zivilisation vor.

Waschbären, Wildschweine und Füchse sind in deutschen Städten keine Seltenheit mehr. Letztes Jahr wagte sich ein Fuchs in Berlin sogar bis zum Kanzleramt. In Australien sorgen giftige Schlangen auf der Suche nach Feuchtigkeit für Angst in den Städten.

In den USA sind Kojoten in den Metropolen zur Normalität geworden, und auch immer mehr Schwarzbären wagen sich an die Zivilisation heran.

Durch den weiter zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen werde sich die Erde im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bis zum Ende dieses Jahrhunderts um etwa vier Grad erwärmen, schrieben Wissenschaftler der britischen University of East Anglia in ihrer in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlichten Studie.

Diese Entwicklung werde den Lebensraum von rund 55 Prozent der Pflanzen und 35 Prozent der Tiere halbieren.

Über 48.000 Arten in Gefahr

In ihre Untersuchung bezogen die Wissenschaftler 48.786 Arten ein. Am gefährdetsten sind demnach Pflanzen, Amphibien und Reptilien, da ihre Anpassung an veränderte Lebensbedingungen im Vergleich zu der schnell fortschreitenden Erderwärmung sich zu langsam vollziehe.

Die am stärksten betroffenen Gebiete werden der Untersuchung zufolge Afrika unterhalb der Sahara, Zentralamerika, das Amazonas-Gebiet und Australien sein.

Forscherin Rachel Warren erklärte, ihr Szenario sei wahrscheinlich noch optimistisch, weil in die Untersuchung nur die steigenden Temperaturen, nicht aber Auswirkungen des Klimawandels in Form von Wirbelstürmen oder Überschwemmungen mit einbezogen worden seien.

Auswirkungen für den Menschen

Zugleich warnte Warren, die Gefährdung zahlreicher Arten werde auch der Mensch zu spüren bekommen.

Schließlich trügen einige Lebewesen entscheidend zur Reinigung von Wasser und Luft und zur Eindämmung von Überschwemmungen bei oder sie seien ein wichtiger Teil der Nahrungskette.

Um die Zerstörung wichtigen Lebensraums zu beschränken, müsse der Ausstoß von Treibhausgasen schnell verringert werden, forderten die Forscher. Wenn die Zunahme der Emissionen bis 2030 gestoppt werde, falle der Verlust von Lebensräumen immerhin 40 Prozent geringer aus als in der Studie prognositiziert.

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