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Antarktis-Gletscher schmilzt: Meeresspiegel steigt durch Tauwetter

Tauwetter in der Antarktis  

Riesiger Gletscher lässt Meeresspiegel steigen

13.01.2014, 17:51 Uhr | AFP

Antarktis-Gletscher schmilzt: Meeresspiegel steigt durch Tauwetter. Rechts in weiß der Pine Island-Gletscher, links in dunkelblau die offene See, mit den unter Wasser liegenden Felsformationen. (Foto: ESA/dpa)

Rechts in weiß der Pine Island-Gletscher, links in dunkelblau die offene See, mit den unter Wasser liegenden Felsformationen: Das ESA-Foto von 2012 zeigt genau in der Bildmitte einen 25 Kilometer langen Riss. Heute schmilzt der Gletscher unaufhaltsam ab. (Foto: ESA/dpa)

Sein Schmelzen ist unaufhaltbar und die Folgen für das Ansteigen der Weltmeere können enorm sein: Der Pine Island-Gletscher in der Antarktis wird einer am Sonntag veröffentlichten Studie zufolge immer kleiner.

Internationale Wissenschaftler von der Universität Grenoble erwarten, dass der schrumpfende Gletscher das Meeresniveau in zwanzig Jahren um bis zu einen Zentimeter ansteigen lassen könne. Die "Abnahme" des Gletschers sei "irreversibel".

Gletscher verliert 20 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr

Der Gletscher befindet sich im Westen der Antarktis. Seit Beginn des Jahrtausends sei er rund zehn Kilometer kürzer geworden, schreiben die Forscher vom Institut für Gletscherforschung und Geophysik.

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Schmelze beschleunigt. Im Durchschnitt seien in den Jahren von 1992 bis 2011 pro Jahr 20 Milliarden Tonnen Eis geschmolzen. Insgesamt habe die westliche Antarktis-Eisdecke dadurch bis heute rund 20 Prozent abgenommen.

Es müsse damit gerechnet werden, dass der jährliche Verlust auf bis zu 100 Milliarden Tonnen anwachse, heißt es in der Studie. Die Menge entspreche den Berechnungen zufolge einem durchschnittlichen Anstieg der Meeresspiegel um je 3,5 bis 10 Millimeter in den kommenden 20 Jahren.

Küsten und Inseln massiv bedroht

Im Jahr 2010 stieg der weltweite Meeresspiegel um 3,2 Millimeter. Er lag damit um fast das Doppelte über dem Niveau von vor rund zwei Jahrzehnten.

Der Weltklimarat geht in seinem neuesten Bericht von 26 bis 82 Zentimetern bis 2100 aus - eine große Bedrohung für die Zukunft vieler Küstenstädte und Inseln.

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