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Klimaschutz: Fünf Gründe, warum der Klimawandel unaufhaltsam ist

Wirkungslose Weltklimagipfel  

Fünf Gründe, warum wir das Klima nicht retten werden

23.09.2014, 09:35 Uhr | dpa, t-online.de

Klimaschutz: Fünf Gründe, warum der Klimawandel unaufhaltsam ist. Schlecht fürs Klima: Ein Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde/Brandenburg. Es stößt pro Jahr fast 25 Milliarden Kilo CO2 aus. Was hier qualmt, ist allerdings Wasserdampf über den Kühltürmen.

Schlecht fürs Klima: Ein Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde/Brandenburg. Es stößt pro Jahr fast 25 Milliarden Kilo CO2 aus. Was hier qualmt, ist allerdings Wasserdampf über den Kühltürmen.

Wissenschaftlich gibt es am Klimawandel keine Zweifel mehr, aber über die angemessene Antwort streitet die Staatengemeinschaft seit Jahrzehnten. Auch für den Weltklimagipfel in New York "sind die Erwartungen gedämpft", wie es heißt. Im Klartext: Die Vertreter werden wieder schöne Reden halten und nichts Entscheidendes beschließen. Wie immer. Die Menschheit läuft mit offenen Augen in die Katastrophe. Warum? Die fünf Hauptgründe:

In der chinesischen Millionenstadt Shenjang scheint ein riesiger Werbemonitor durch den dichten Smog. China ist das Land, das am meisten CO2 ausstößt. (Quelle: Reuters)In der chinesischen Millionenstadt Shenjang scheint ein riesiger Werbemonitor durch den dichten Smog. China ist das Land, das am meisten CO2 ausstößt. (Quelle: Reuters)

1. Es geht nicht nur um Klimasünden von heute

Heute stößt das Schwellenland China deutlich mehr Treibhausgase aus als die USA. Aber CO2 wirkt in der Atmosphäre etwa 100 Jahre lang nach, und historisch betrachtet sind die heutigen Industrieländer die Hauptverantwortlichen für die Erderwärmung. Rechnet man alle Emissionen seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen um 1850 zusammen, führen die USA gefolgt von der EU die Liste an. Die aufstrebenden Wirtschaftsnationen leiten daraus ein Recht auf eine "nachholende Entwicklung" ab. Wer gerechterweise wie viel für den Klimaschutz zu tun hat - das hängt von der Betrachtungsweise ab.

Der Himmel über Sydney: Pro Kopf sind die Australier die größten Klimasünder des Planeten. (Quelle: Reuters)Der Himmel über Sydney: Pro Kopf sind die Australier die größten Klimasünder des Planeten. (Quelle: Reuters)

2. Alle sehen zuerst die Anderen in der Pflicht

Das Bild sieht noch einmal anders aus, wenn man statt der nationalen Gesamtemissionen den Pro-Kopf-Ausstoß anschaut - also wie viel jeder einzelne Bürger eines Staates zur Erderwärmung beiträgt. Hier relativiert sich der Anteil der bevölkerungsreichen Länder China und Indien am Klimawandel, Hauptsünder sind nun Australien, die USA, Saudi-Arabien und Kanada. Mit der passenden Statistik lässt sich der Schwarze Peter also immer den Anderen zuschieben.

Das Meer steigt und es sind vor allem die armen Länder betroffen - hier wühlen Kinder im Müll vor der philippinischen Hauptstadt Manila. (Quelle: Reuters)Das Meer steigt und es sind vor allem die armen Länder betroffen - hier wühlen Kinder im Müll vor der philippinischen Hauptstadt Manila. (Quelle: Reuters)

3. Der Klimawandel trifft vor allem die Schwachen

Die klimatischen Veränderungen werden weltweit zu spüren sein, aber vor allem Menschen in Entwicklungsländern besonders hart treffen. Niedrig liegende Küstengebiete etwa in Bangladesch und Inseln wie die Malediven sind von einem Anstieg des Meeresspiegels bedroht, in der Sahelzone lassen Dürren und Überschwemmungen Trinkwasser und Nahrung noch knapper werden. Den Leidtragenden mangelt es nicht nur am Geld und an der Technologie, um sich darauf einzustellen. Sie haben in den Gesprächen auch eine vergleichsweise schwache Verhandlungsposition.

Ein schlimmes Problem für unser Klima: In Brasilien wird immer noch der Regenwald abgeholzt - in erschreckendem Maße. (Quelle: dpa)Ein schlimmes Problem für unser Klima: In Brasilien wird immer noch der Regenwald abgeholzt - in erschreckendem Maße. (Quelle: dpa)

4. Unterschiedlichste nationale Interessen müssen unter einen Hut

Auch wenn die Notwendigkeit, etwas zu tun, überall gesehen wird - verbindliche Zusagen kollidieren nicht selten mit wirtschaftlichen oder machtpolitischen Interessen. Für die Schwellenländer hat das schnelle Wirtschaftswachstum Priorität. Die Golfstaaten leben vom Erdölexport. Vor allem Brasilien belastet das Weltklima mit der Rodung der Amazonas-Regenwälder. Australien, die USA und Kanada setzen traditionell auf fossile Energieträger. In den Verhandlungen sind diese Staaten in der Vergangenheit oft als Bremser aufgetreten.

Präsident Obama hatte sich viel vorgenommen zum Thema Klimaschutz - die Republikaner haben das meiste davon blockiert. (Quelle: Reuters)Präsident Obama hatte sich viel vorgenommen zum Thema Klimaschutz - die Republikaner haben das meiste davon blockiert. (Quelle: Reuters)

5. Mit Klimaschutz lässt sich zu Hause schlecht Wahlkampf machen

Die Klimapolitik einzelner Staaten kann sich mit der innenpolitischen Konstellation schnell ändern. In Deutschland lässt der Atomausstieg die CO2-Emissionen wieder ansteigen. Die australischen Konservativen haben gerade die Klimaschutz-Steuer der Vorgänger-Regierung kassiert. US-Präsident Barack Obama weckte Hoffnungen auf eine Kehrtwende in der amerikanischen Klimapolitik, aber für ein Gesetz fehlt seinen Demokraten die Mehrheit im Kongress. Dazu kommt, dass das komplexe Problem Klimawandel, dessen Auswirkungen sich bisher gut ausblenden lassen, sich nur bedingt im Wahlkampf verkaufen lässt. Das Thema ist also prädestiniert dafür, auf die lange Bank geschoben zu werden.

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