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Umwelt: Wann bricht das "System Erde" zusammen?

Grenzen der Belastung erreicht  

Wann bricht das "System Erde" zusammen?

16.01.2015, 18:53 Uhr | AFP

Umwelt: Wann bricht das "System Erde" zusammen?. Die C02-Kontzentration in der Atmosphäre hat bereits den kritischen Wert überschritten (Quelle: Reuters)

Die C02-Kontzentration in der Atmosphäre hat bereits den kritischen Wert überschritten (Quelle: Reuters)

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) warnen, dass durch den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt immer mehr natürliche Belastungsgrenzen der Erde überschritten werden. Das geht aus einer Untersuchung eines internationalen Expertennetzwerks hervor. Schon vier von insgesamt von neun "planetaren Grenzen" seien betroffen.

Als gravierende Gefahren betrachten die Forscher die hohen Konzentrationen des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre, den Verlust genetischer Vielfalt durch Artensterben, Änderungen in den globalen Phosphor- und Stickstoffkreisläufen sowie den Verlust von Waldgebieten.

"Durch das Überschreiten dieser Grenzen erhöht sich das Risiko, dass der Einfluss des Menschen die Erde weniger lebensfreundlich macht, dass Bemühungen zur Armutsbekämpfung beeinträchtigt werden und dass sich das menschliche Wohlergehen in vielen Teilen der Welt verschlechtern könnte - auch in reichen Gesellschaften", erklärte Will Steffen vom schwedischen Stockholm Resilience Centre. Die Forscher wollen ihre in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Erkenntnisse demnächst auch auf Seminaren beim Weltwirtschaftsforum in Davos präsentieren.

Das PIK steuerte neue Simulationen für den menschlichen Einfluss auf Wasserressourcen und Ökosysteme bei. Dabei sei festgestellt worden, dass der menschliche Wasserverbrauch in Regionen wie dem Westen der USA, Teilen Südeuropas, Asien und dem Mittleren Osten die "Toleranzlimits" bereits überstiegen habe, erklärte das Institut in Potsdam. Für den globalen Wasserverbrauch gelte das noch nicht.

Forscher ermitteln Schmerzgrenzen der Erde

Es handelt sich bei der Studie um eine Aktualisierung des Konzepts der "planetaren Grenzen". Inzwischen können Forscher die relevanten Schwellenwerte besser abschätzen, etwa durch Computermodelle. Das Konzept war 2009 erstmals von der Expertengruppe vorgestellt worden. Kernziel ist es, die Belastbarkeit der Erde physikalisch möglichst genau zu ergründen.

Dafür wurden neun natürliche Prozesse, Systeme und Kreisläufe identifiziert, die für die Stabilität des globalen Ökosystems zentral sind. In einem zweiten Schritt ermittelten die Forscher Grenzwerte, bis zu denen diese Systeme ihrer Auffassung nach noch funktionsfähig bleiben. Werden die Grenzwerte überschritten, droht demnach das gesamte Erdsystem zu kippen.

Grenze bei Kohlendioxid-Belastung erreicht

Insbesondere die Aussagen zum tolerierbaren CO2-Gehalt der Atmosphäre sind in den Diskussionen um den weltweiten Kampf gegen den Klimawandel zu Referenzpunkten geworden. Dem Forschernetzwerk zufolge ist die Grenze der Belastbarkeit bei einer CO2-Konzentration von rund 350 ppm (Teile pro Million) erreicht. Dadurch würde sich die Durchschnittstemperatur bei etwa eineinhalb Grad über dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung einpendeln. Aktuell liegt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre fast 50 ppm über dem Grenzwert.

Unterdessen haben unabhängige Messungen der Weltraumbehörde Nasa und des US-Wetteramtes NOAA ergeben, dass das Jahr 2014 weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 war. Noch etwas sei neu: Das Jahr 2014 sei ein Rekordjahr gewesen, obwohl das Klima nicht wie sonst bei Ausreißern vom El-Niño-Phänomen geprägt war. Die Wissenschaftler rechnen für die Zukunft mit weiteren Rekordjahren.

Die weltweite Durchschnittstemperatur habe bei 14,6 Grad Celsius gelegen, etwa 0,8 Grad über dem langjährigen Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Die bisherigen Rekordjahre waren 2005 und 2010.

Papst fordert mehr Mut im Kampf gegen Klimawandel

Derweil hat Papst Franziskus mehr Mut im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. "Lasst uns hoffen, dass die Regierungen in Paris mutiger sein werden als in Lima", sagte der Papst mit Blick auf den anstehenden UN-Klimagipfel in Paris und das vergangene Gipfeltreffen im peruanischen Lima. Das wegen seines Engagements für die Umwelt bereits "grüner Papst" genannte katholische Kirchenoberhaupt beklagte, der Mensch sei in der Ausbeutung der Natur "zu weit" gegangen.

Beim Klimagipfel in Lima im vergangenen Dezember wurde nach langwierigen Verhandlungen ein Format zur Reduzierung des Ausstoßes der klimaschädlichen Gase in den einzelnen Ländern vereinbart. Der Kompromiss zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern wurde von Aktivisten als unzureichend kritisiert. Die Vereinbarung schaffte aber immerhin die Voraussetzung für die Fortführung der Verhandlungen beim Klimagipfel in Paris, bei dem ein neues bindendes Klimaabkommen beschlossen werden soll.

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