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Luftwaffe präsentiert neuen Supervogel

Luftwaffe präsentiert neuen Supervogel

11.10.2011, 23:38 Uhr

Luftwaffe präsentiert neuen Supervogel. Militär:Die Bundeswehr hat eine neue Aufklärungsdrohne (Quelle: dpa)

Die Bundeswehr hat eine neue Aufklärungsdrohne (Quelle: dpa)

Der Wundervogel wiegt fast 15 Tonnen, hat eine Spannweite von 40 Metern und kann 30 Stunden nonstop fliegen: Fast zehn Jahre arbeitete die Bundeswehr an ihrer neuen Aufklärungsdrohne. Der "Euro Hawk" kann aus riesiger Höhe feindliche Raketenstellungen orten - und sogar SMS absaugen.

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Für die Bundeswehr soll bald ein neues Zeitalter beginnen. Nach gut zehn Jahren Planung stellt das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung am Mittwoch auf dem Luftwaffenstützpunkt Manching der Öffentlichkeit erstmals ihre neue Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" vor, die alle bisherigen unbemannten Flugobjekte im Dienst der deutschen Truppe in den Schatten stellen soll. "Für uns ist das ein Meilenstein", sagte Projektleiter Rüdiger Knöpfel der "Welt": Aufklärung sei eine Grundanforderung der Streitkräfte, "doch zurzeit sind wir taub, was elektronische Aufklärung betrifft". Das soll sich mit dem "Euro Hawk" ändern.

"Riesiger Datenstaubsauer"

Allein die technischen Daten sind beeindruckend: Fast 15 Tonnen wiegt das aus Karbon gefertigte, unbemannte Flugobjekt, es ist 14,5 Meter lang und hat eine Spannweite von rund 40 Metern. 30 Stunden kann der Vogel ohne Pause in der Luft bleiben, dabei bis zu 25.000 Kilometer zurücklegen - problemlos könnte er also von Berlin nach Tokio und ohne Zwischenlandung wieder zurückfliegen. Das künftige Einsatzgebiet liegt aber wohl eher in Kriegs- und Krisenregionen wie Afghanistan.

Besser gesagt über diesen Regionen: Denn die Drohne kann aus einer Höhe von bis zu 20.000 Metern, also weit über der Flughöhe ziviler Maschinen, Signale am Boden orten. Dort spürt der "Euro-Falke" feindliche Raketen- oder Radarstellungen auf, zugleich kann er aber auch Radio- und Fernsehsendungen mitschneiden, Funksprüche und Telefonate abhören oder SMS mitlesen. Die "Welt" nennt den "Euro Hawk" einen "riesigen Datenstaubsauger".

Projekt kostet 1,2 Milliarden Euro

Die gesammelten Informationen sollen per Funkverbindung in Echtzeit an das Bataillon Elektronische Kampfführung 912 im niedersächsischen Nienburg übermittelt werden. Während der Testphase sitzt die Analyseeinheit dem Bericht zufolge allerdings noch in einem hoch gesicherten Container auf dem Stützpunkt Manching. Dort war der erste Prototyp der Drohne Ende Juli gelandet - nach einem Flug über 10.000 Kilometern und 24 Stunden von der amerikanischen Edwards Air Force Base in Kalifornien bis nach Oberbayern.

Für die US-Streitkräfte ist das Aufklärungsflugzeug unter der Bezeichnung "Global Hawk" bereits länger im Einsatz. Das größte unbemannte Flugzeug der Welt wurde vom US-Rüstungskonzern Northrop Grumman gebaut. Das europäische Modell wird nun von der EADS-Rüstungssparte Cassidian mit deutscher Sensorik und Spionagetechnik bestückt.

Bisher wurden elf Piloten der Bundeswehr in den USA ausgebildet, die Drohne zu steuern - natürlich vom Boden aus. Sie werden von Donnerstag an weitere Testflüge über Bayern unternehmen. Voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres soll dann das Aufklärungsgeschwader "Immelmann " in Schleswig-Holstein den ersten "Euro Hawk" übernehmen. Insgesamt will die Bundeswehr fünf der Karbonvögel anschaffen. Kostenpunkt des gesamten Projekts: 1,2 Milliarden Euro.

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