Sie sind hier: Home > Politik > Specials > Die neuen Kriege >

US-Marine testet Superkanone

US-Marine testet Superkanone

01.03.2012, 08:31 Uhr | mbe, Spiegel Online

US-Marine testet Superkanone. Erstmals wurden Testschüsse mit einem industriellen Prototypen der Railgun abgegeben (Quelle: US Navy)

Erstmals wurden Testschüsse mit einem industriellen Prototypen der Railgun abgegeben (Quelle: US Navy)

Die futuristische Schienenkanone der US-Marine nimmt Formen an: Erstmals wurden Testschüsse mit einem industriellen Prototypen der Railgun abgegeben, die Geschosse mit Strom statt Sprengstoff verschießt.

Seit Jahrzehnten tüftelt die Militärforschung an der sogenannten Railgun. Schon im Zweiten Weltkrieg bastelten deutsche und japanische Ingenieure an der elektromagnetischen Kanone. Sie waren ebenso erfolglos wie zahlreiche ihrer Kollegen in den folgende Dekaden.

240 Millionen Dollar in Forschung gesteckt

Die US-Marine hat seit 2005 rund 240 Millionen Dollar in die Railgun-Forschung gesteckt - und vermeldet jetzt einen Fortschritt, auch wenn er von überschaubarer Größe ist. Wie das Office of Naval Research (ONR) mitteilt, habe man erste Probeschüsse mit einem industriellen Railgun-Prototypen abgegeben. Es sei der Beginn eines zwei Monate dauernden Testprogramms und ein "wichtiger Zwischenschritt" auf dem Weg zu einem zukünftigen Waffensystem für Schiffe.

In der Railgun werden zwei parallel laufende Schienen unter Strom gesetzt, das dabei entstehende Magnetfeld beschleunigt einen zwischen den Schienen liegenden Metallschlitten oder das Geschoss selbst. Dieses Verfahren macht enorme Geschwindigkeiten möglich. Die Railgun der US-Marine soll Projektile auf 7200 bis 9000 km/h beschleunigen und so auf Reichweiten von bis zu 160 Kilometern kommen. Zum Vergleich: Die Kanone an Bord der modernen US-Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse reicht nur 24 Kilometer weit, die Anfangsgeschwindigkeit dieser Geschosse liegt unter 3000 km/h.

Außerdem können die Railgun-Projektile kleiner und leichter ausfallen als herkömmliche Granaten, da sie durch ihr Tempo eine ungeheure kinetische Energie besitzen, denn die wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Die Schnelligkeit der Projektile macht die Railgun nach Angaben der US-Marine auch für die Verteidigung gegen feindliche Flugzeuge und Raketen interessant.

Weitere Nachrichten und Links

Kein einsatzfähiges Modell trotz jahrzehntelanger Forschung

Bis heute aber ist es nicht gelungen, eine zuverlässige Railgun für den militärischen Einsatz zu bauen. Denn die Schienenkanonen neigten bisher dazu, nach wenigen Schüssen in ihre Einzelteile zu zerfallen. Wird nicht-supraleitendes Material wie etwa Stahl unter Strom gesetzt, erhitzt es sich. Angesichts der großen Energiemengen in Railguns erreichen die Bauteile enorme Temperaturen. Da sich die Magnetfelder der Schienen in der Kanone gegenseitig abstoßen und sich manche Bauteile mit hohen Geschwindigkeiten bewegen, ist die mechanische Belastung groß.

Hinzu kommt das hohe Gesamtgewicht der Waffe. Um die Energie für einen Schuss kurzzeitig abliefern zu können, sind schwere Kondensatoren notwendig. Nicht umsonst ist die amerikanische Railgun derzeit lediglich als Bewaffnung für Schiffe vorgesehen. Ein weiterer kritischer Punkt ist das Geschoss selbst, das der Hitze und der gewaltigen Beschleunigung standhalten muss.

Railgun angeblich 2017 einsatzbereit

Bei den aktuellen Tests, die im Naval Surface Warfare Center im US-Staat Virginia stattfinden, sollen nach Angaben eines Sprechers die Lebensdauer des Kanonenlaufs und die strukturelle Festigkeit des zwölf Meter langen Prototyps geprüft werden. Die Projektile sollen mit Energien von 20 und 32 Megajoule verschossen werden. Das entspreche den Werten, die bereits mit Laborversionen der Kanone erreicht worden seien. Ein Megajoule entspricht in etwa der Energie, die notwendig ist, um ein Auto vom Gewicht einer Tonne auf 160 km/h zu beschleunigen.

Die Tests werden nach Angaben der Navy noch Jahre dauern. Etwa 2017 könnte eine Railgun erstmals einsatzbereit sein, einige Jahre später könnte sie dann auf Schiffen montiert werden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe