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Neuer Tarnkappen-Zerstörer auf Jungfernfahrt

Neues Projekt der US-Navy  

Tarnkappen-Zerstörer auf Jungfernfahrt

31.10.2013, 16:38 Uhr | tom, AP, t-online.de, AFP

Neuer Tarnkappen-Zerstörer auf Jungfernfahrt. Der erste Zerstörer der Zumwalt-Klasse verfügt über eine ausgefeilte Tarnkappen-Technik (Quelle: US-Navy)

Der erste Zerstörer der Zumwalt-Klasse verfügt über eine ausgefeilte Tarnkappen-Technik (Quelle: US-Navy)

Über drei Milliarden Dollar lassen sich die USA ihren größten und modernsten Zerstörer kosten. Das Schiff der Zumwalt-Klasse verfügt über eine Tarnkappentechnik, die es für seine Gegner weitgehend unsichtbar macht. Auf dem Radar soll das Geheimprojekt aussehen wie ein Fischerboot.

Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, könnte nach den Vorstellungen der US-Marine aber schon bald Realität werden. Seit Februar 2009 bastelte der Rüstungskonzern General Dynamics an dem geheimnisvollen Schiff. Am Montag wurde der erste Zerstörer der Zumwalt-Klasse zu Wasser gelassen. Laut Navy ist das Tarnkappenschiff aktuell zu 87 Prozent fertiggestellt. Ab Ende 2014 soll es ausgeliefert werden.

Unter anderem werden die Schiffe keine rechtwinklig zur Wasserfläche angeordneten Flächen aufweisen, wodurch die Radarrückstrahlfläche reduziert wird. Obwohl die Kriegsschiffe mit 183 Metern länger und schwerer sein werden als konventionelle Zerstörer erscheinen sie auf dem gegnerischen Radar so kaum größer als ein kleines Fischerboot.

"Das ist unsere Zukunft"

"Die Tarnkappe, das unglaublich leistungsfähige Sonar und die Schlagkraft - das ist unsere Zukunft", sagte US-Admiralstabschef Jonathan Greenert im April nach einem Besuch der Werft im US-Staat Maine, wo der Zerstörer gebaut wird.

Das Schiff wird über eine Besatzung von etwa 130 Personen verfügen und ist mit modernsten Technologien ausgerüstet. Es beschießt seine Ziele mit einer Railgun, einer Superkanone, die ihre Geschosse mit Hilfe eines elektromagnetischen Feldes auf mehrfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt.

Prädestiniert für Asien-Pazifik-Raum

Aufgrund ihrer Fähigkeit, in Küstennähe zu operieren, scheinen die Schiffe geradezu prädestiniert für den Einsatz im Asien-Pazifik-Raum mit seinen zahlreichen Inseln, der von den USA mittlerweile zur strategisch wichtigsten Region der Welt erklärt wird.

So kündigte Verteidigungsminister Leon Panetta auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur an, 60 Prozent der US-Flotte im Pazifik stationieren zu wollen. Experten sehen darin eine Reaktion auf die wachsende Militärmacht Chinas.

Kritik an hohen Kosten

Allerdings wird das Projekt der Tarnkappen-Zerstörer aufgrund seiner immensen Kosten scharf kritisiert. Die über drei Milliarden Dollar, die für den Bau eines einzigen Schiffes verbraucht werden, könnten besser verwendet werden, um die konventionelle Flotte der US-Marine zu stärken, meinen die Kritiker. Der US-Rechnungshof weist in seinem Bericht auf bereits investierte Entwicklungskosten von 13 Milliarden Dollar hin.

Die Kosten waren es auch, die das Projekt im Laufe seiner Entwicklung immer wieder verzögert oder zwischenzeitlich gar gestoppt haben. Ursprünglich plante die Navy einmal 32 Schiffe, aktuell sind nur noch drei in Bau. Die Marine spricht dennoch von gut angelegtem Geld. Vor allem, da China seine Seestreitkräfte in rasantem Tempo modernisiert.

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