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Britische Kampfjets fliegen mit 3-D-Drucker-Technologie

Rascher Ersatz an der Front  

Kampfjets fliegen mit 3-D-Drucker-Technologie

06.01.2014, 16:38 Uhr | t-online.de

Britische Kampfjets fliegen mit 3-D-Drucker-Technologie. Britische Tornados werden mit Teilen ausgestattet, die aus dem 3-D-Drucker stammen (Quelle: dpa)

Britische Tornados werden mit Teilen ausgestattet, die aus dem 3-D-Drucker stammen (Quelle: dpa)

Modell- und Maschinenbauer gebrauchen die Technologie längst. Sicherheitskräfte warnen vor Schusswaffen, die aus 3-D-Druckern stammen. Aber jetzt verwendet auch das Militär ausgereifte Geräte: Erste Tornado-Jets der britischen Royal Air Force (RAF) sind mit Teilen aus dem 3-D-Drucker geflogen, schreibt die "Welt".

Die Komponenten bieten mehrere Vorteile: Sie lassen sich relativ günstig, recht schnell und auch im Einsatzgebiet produzieren. "Damit können wir Teile herstellen, egal, wo wir sind", zitiert die Zeitung Mike Murray, Leiter der Flugzeugabteilung bei BAE Systems.

Weniger als 24 Stunden

Das britische Rüstungsunternehmen meldete stolz Vollzug. Die von ihm gelieferten Metall-Teile, darunter Schutzüberzüge für Cockpit-Funkgeräte, wurden Ende Dezember auf einem BAE-Flugfeld in Warton in Lancashire im Nordwesten Englands getestet.

Ihre Fertigstellung nahm nicht einmal einen Tag in Anspruch. BAE produziert mit den 3-D-Druckern Schicht für Schicht auch Stützen für Luftklappen und Turbo-Prop-Schäfte. Was wie Zukunftsmusik klingt, könnte die Kriegsführung massiv erleichtern. Defekte Jets könnten bis zu einem Monat schneller wieder zum Einsatz kommen.

Großes Einsparpotenzial

"Wenn es uns gelingt, diese Maschinen an der Front einzusetzen, dann erweitert das unsere Möglichkeiten dort, wo wir normalerweise keinen Zugriff auf Ersatzteile haben, enorm", so Murray. Das gelte auch für Schiffe und Flugzeugträger.

Ein flächendeckender Gebrauch der sich stetig weiterentwickelnden Technologie kann den Pionieren der Luftwaffe beim dringend nötigen Sparen helfen. Prognosen lassen auf eine drastische Reduzierung der Wartungskosten hoffen.

Mit Hilfe von Wissenschaftlern der Universität Cranfield druckten die Rüstungsingenieure sogar ein 1,2 Meter langes Titan-Teil, das für die Konstruktion von Tragflächen verwendet wird. Das eröffnet noch größere Möglichkeiten.

Auch zivil nutzbar

Der leitende Ingenieur Matt Stevens geht nach Darstellung der "Welt" davon aus, "dass die Technologie nahtlos in die Luftfahrtindustrie übergehen" wird. Auch der britische Flugzeugmotoren-Hersteller Rolls-Royce experimentiert mit 3-D-Druckern. "Derzeit laufen die Tests", sagte ein Sprecher der "Welt".

Die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa will dieses Jahr einen 3-D-Drucker ins Weltall schicken, mit dessen Hilfe Astronauten Ersatzteile und Werkzeuge herstellen können. Auch der US-Flugzeugbauer Boeing soll 3-D-Technologie bereits in F-18-Kampfjets verwenden.

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