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Paläontologie: Rätsel um das Ungeheuer von Loch Ness gelöst

Legenden  

Loch-Ness-Monster war angeblich ein "Nessiefant"

06.03.2006, 13:35 Uhr | dpa

Das Rätsel um das Ungeheuer von Loch Ness ist nach Ansicht eines renommierten britischen Naturforschers gelöst: Nessie soll ein Elefant gewesen sein. Der Paläontologe Neil Clark von der Universität Glasgow vertritt die Theorie, dass auf den Fotos von einer dunklen, unscharfen Tiergestalt in dem schottischen Gewässer in Wahrheit ein badender Zirkus-Elefant zu sehen ist. Die Nessie-Legende sei in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts von einem Zirkus-Direktor aus Marketinggründen aufgebauscht worden.


Beliebter Badeplatz für Zirkuselefanten
In der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift "Open University Geological Society Journal" weist Clark nach zwei Jahren Forschung darauf hin, dass früher viele Wanderzirkusse auf der Reise durch Schottland am Loch Ness Station gemacht hätten. Die Zirkusleute hätten dann die Elefanten zum Baden ins Wasser gelassen. Auf diese Weise sei 1933 - der ersten Nessie-Sichtung in jüngerer Zeit - die Legende entstanden.


Rüssel, Schädeldecke, Rücken
"Als die Elefanten in dem See baden durften, waren nur noch der Rüssel und zwei Erhebungen zu sehen. Bei der ersten handelt es sich um die Schädeldecke, bei der zweiten um den Rücken des Tieres", sagte der Paläontologe der Londoner Tageszeitung "The Times". Alle anderen Körperteile des Elefanten seien beim Baden unter Wasser geblieben - und somit auf Fotos unsichtbar.

Zirkusdirektor begann mit der Vermarktung
Clark will auch herausgefunden haben, wer die Nessie-Legende als erster vermarktet hat: der Londoner Zirkusdirektor Bertram Mills. Demnach setzte Mills 1933 eine Belohnung von 20.000 Pfund - nach heutigem Wert etwa 1,5 Millionen Euro - für die Ergreifung des vermeintlichen Ungeheuers aus. Der Zirkusdirektor habe dies ohne Gefahr tun können, sagte Clark. "Er hatte das Ungeheuer von Loch Ness bereits in seinem Zirkus."

Alte schottische Sage
Die Legende von Nessie gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert, allein im vergangenen Jahr soll das Seemonster viermal gesichtet worden sein. Einen Beweis für das Monster hat noch niemand erbracht. Der Loch Ness liegt südlich der Stadt Inverness im Norden von Schottland.

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