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Australien: Koalas von Dürre und Urbanisierung bedroht

Symboltier Australiens  

Koalas von Dürre und Urbanisierung bedroht

16.04.2007, 18:54 Uhr | Von Madeleine Coorey, AFP, t-online.de

Der Koala ist vom Aussterben bedroht. Eines der Symbole Australiens könnte durch extreme Trockenheit, Buschfeuer und die schnell wachsenden Städte schon in zehn Jahren nicht mehr auf dem fünften Kontinent anzutreffen sein, warnen Tierschützer. Schon länger ertönen Hilferufe für die Beuteltiere, die 20 Stunden am Tag schlafen und sich ausschließlich von den berauschenden Blättern des Eukalyptusbaums ernähren. Doch diesmal ist es ernster denn je.

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Noch sieben bis zehn Jahre
Im Bundesstaat Queensland "hatten wir den Koala auf der Liste der bedrohten Tierarten, die innerhalb von zehn Jahren auszusterben drohen", sagt Deborah Tabart, Chefin der Australia Koala Foundation. Doch das könnte mittlerweile schon in sieben Jahren passieren. Und da in Queensland die größten Koala-Populationen des Landes lebten, heiße das nichts Gutes für die Zukunft der Tierart auf dem gesamten Kontinent, erklärt Tabart.

Tod durch Buschbrände
Die größte Bedrohung der Koalas sei der Verlust ihres Lebensraums durch Straßen- und Städtebau an der Ostküste, berichtet die Tierschützerin. "Ich bin fast durch das ganze Land gefahren, und alles was ich sehe ist Umweltvandalismus oder Zerstörung soweit das Auge reicht." Obendrein litten die Tiere gerade unter einer der schlimmsten Dürreperioden des Jahrhunderts. Die daraus resultierenden Buschfeuer zerstörten Millionen Hektar Lebensraum. Tausende Koalas seien vermutlich durch die Brände ums Leben gekommen, meint Tabart.

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Krankheit macht Koalas unfruchtbar
Doch das sind noch nicht alle Gefahren, die die einst als Bären bezeichneten Beuteltiere bedrohen: Inzucht hat in einigen Populationen zu genetischen Mutationen geführt. Viele Koalas leiden auch unter Chlamydien, einer Geschlechtskrankheit, die die Tiere unfruchtbar macht und ihre Zahl so weiter verringert. Die friedlichen Vegetarier sind zudem eine beliebte Beute von Hunden.

Fortpflanzung in kleinen Gruppen
Schon einmal wären die Tiere fast ausgestorben: In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden sie wegen ihres Fells gnadenlos gejagt. Die wenigen verbleibenden Exemplare wurden gezüchtet und pflanzten sich nur innerhalb der kleinen überlebenden Gruppen fort. Dadurch kamen viele Koalas ohne Hoden oder mit verformten Köpfen zur Welt, berichtet Frank Carrick von der Universität von Queensland.

"Wie lange sollen wir noch warten?"
Niemand weiß genau, wie viele Koalas es noch gibt. Schätzungen reichen von 100.000 bis zu einer Million. "Obwohl wir keine exakte Zahl der Koalas in Australien haben, wissen wir doch eines: Die Zahl nimmt ab. Denn wir hören nicht auf, Bäume und damit ihre Nahrungsquelle abzuholzen", sagt Carrick und fragt sich: "Wie wenige sollen sie eigentlich werden, bis wir auf den Panik-Knopf drücken?"


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