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Parawissenschaften: Hellseher hatten Probleme mit dem Jahr 2009

Schlechte Vorhersagen  

Hellseher hatten Probleme mit dem Jahr 2009

31.12.2009, 13:55 Uhr | Von Frank Leth, AP

Hellseher geben sich redlich Mühe - und liegen doch meist daneben (Foto: Archiv)Hellseher geben sich redlich Mühe - und liegen doch meist daneben (Foto: Archiv) Anders als von Astrologen, Hellsehern und Wahrsagern vorhergesagt, ist die Golden-Gate-Brücke in San Francisco auch 2009 nicht eingestürzt und weder Berlin noch Frankfurt am Main sind von schweren Terroranschlägen erschüttert worden. "Glücklicherweise ist nichts davon eingetroffen", meint Michael Kunkel, der für die Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften (GWUP) jedes Jahr die Vorhersagen von Zukunftsdeutern auf ihre Trefferquote hin auswertet.

In seiner Untersuchung hat Kunkel rund 140 Prognosen von über 50 namentlich bekannten Hellsehern ausgewertet. "Die Untersuchung ist zwar nicht repräsentativ, sie gibt aber einen guten Einblick, womit sich einige Hellseher, Wahrsager und Astrologen beschäftigten", sagt der Mathematiker.



Britische Königsfamilie vom Pech verfolgt

Nicht gut gemeint hatte es das kanadische Medium Nikki Pezaro mit der britischen Königsfamilie. Sie hatte für das Jahr 2009 prophezeit, dass nicht nur die britischen Kronjuwelen gestohlen werden, auch der Buckingham Palast und Schloss Windsor sollten ein Opfer der Flammen werden, was bekanntlich sämtlich nicht eintraf. Manchmal ist es laut Kunkel allerdings auch schade, dass Vorhersagen sich nicht erfüllen. So hatte Pezaro vorhergesagt, dass das schottische Monster Nessie in Loch Ness endlich gefangen werde.

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Kein Dritter Weltkrieg

Ein Herz für den französischen Wallfahrtsort Lourdes hatte der sogenannte Grenzwissenschaftler Ray O. Nolan. Massenhafte Wunderheilungen sollten sich dort 2009 ereignen. "Offensichtlich aber hat er mit dieser Vorhersage einen Vierzeiler des Renaissance-Wahrsagers Nostradamus ebenso falsch gedeutet wie sein Kollege Manfred Dimde", sagt Kunkel. Dimde hatte die kryptischen Nostradamus-Vorhersagen für das Jahr 2009 so interpretiert, dass 100 Staaten von einem Dritten Weltkrieg betroffen sein werden.

Terror in Frankfurt und Berlin

Zukunftsdeuter Thomas Ritter hatte in einer mehreren tausend Jahre alten indischen Palmblattbibliothek detailgenau Terroranschläge in Berlin und Frankfurt am Main vorhergesehen. Der öffentliche Nahverkehr in Berlin und zwei Frankfurter Banken sollten mit jeweils sechs Sprengsätzen in der zweiten Woche des zehnten Monats attackiert werden. Laut Kunkel hat Ritter dies allerdings fast wortgleich auch schon für das Jahr 2008 vorhergesagt.

Boris Becker: neue Ehe oder neue Affären?

Das Liebesleben von Boris Becker, das die Regenbogenpresse ja tatsächlich 2009 in Atem hielt, war ebenfalls Gegenstand vieler Vorhersagen. Nach seiner Trennung von Sandy Meyer-Wölden Ende 2008 hatte das litauische Medium Gerda Motiejiimeie korrekt für 2009 eine Hochzeit vorhergesagt. Die Astrologinnen Iris Treppner und Elizabeth Teissier hatten dagegen getippt, dass Boris Becker sich nur auf mehrere kleine Liebesaffären einlassen wird. Die Hochzeit mit Lilly Becker wurde von ihnen nicht gesehen. Aber vielleicht liegt schon die nächste Scheidung in der Luft: Zukunftsdeuter Lennart Wolf hatte in der RTL-Sendung "Prophezeiungen 2009" vom 3. Januar vorausgesehen, dass Becker erst im Jahr 2010 die Frau seines Lebens finden würde.

Michael Jackson: Tod oder Comeback?

Allerdings hatte Wolf nach den Worten von Kunkel auch schon beim verstorbenen Michael Jackson daneben gelegen. Der King of Pop sollte danach 2009 ein erfolgreiches Comeback feiern. Zukunftsdeuterin Lilo von Kiesenwetter hatte Jacksons Erfolg dagegen ausgeschlossen. Scheinbar richtig lag die Kanadierin Pezaro bei Jackson mit ihrer Todes-Prophezeiung. Den Namen Michael Jackson hatte sie allerdings bereits in den Jahren 2003, 2004, 2005 und 2007 auf ihrer langen Liste der von schwerer Krankheit oder Tod bedrohten Prominenten. "Dies und die viel längere Reihe der Überlebenden aus ihrer obskuren Liste unterschlägt sie regelmäßig", betont Kunkel.

Seit Jahren Vorhersagen gesammelt

Seit 2002 sammelt Kunkel Vorhersagen. "Einige werden jedes Jahr wiederholt", erklärt der Mathematiker. Dazu gehöre beispielsweise ein Attentat auf den US-Präsidenten. "Das ist natürlich immer eine reale Gefahr", sagt Kunkel. Vor allem habe man bei solch einer Vorhersage immer das Attentat auf den ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy im Kopf. Vorhersagen-Klassiker seien auch Naturkatastrophen wie Stürme in der Karibik. "Da trifft dann immer etwas zu", meint der Wissenschaftler. Nächstes Jahr erwartet der Mathematiker, dass die Hellseherzunft Vorhersagen zur Fußball-WM in Südafrika treffen wird. "Das werte ich dann Ende nächsten Jahres aus."

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