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Tierversuch in Österreich: Schweine lebend im Schnee begraben

Tierversuch in Österreich  

Schweine lebend im Schnee begraben

12.02.2010, 20:06 Uhr | dapd

Österreich: Forscher wagen ein umstrittenes Experiment, um Lawinenopfern besser helfen zu können (Foto: imago)Forscher wagen ein umstrittenes Experiment, um Lawinenopfern besser helfen zu können (Foto: imago) Ein Lawinen-Experiment mit 29 lebenden Schweinen hat die Gemüter von Tierschützern in Österreich heftig erhitzt. Das Zentrum für Notfallmedizin Bozen und die Universitätsklinik Innsbruck wollten die Schweine in einer Lawine begraben und darin verenden lassen. So sollten Erkenntnisse über den Tod von Menschen unter Schneemassen gewonnen werden.

Tierschützer kritisierten das als Barbarei und forderten die Forscher zum Selbstversuch auf. "Die Wissenschaftler sollen sich selbst eingraben, ihre Kollegen dürfen dann die Ergebnisse auswerten", schlug der Österreichische Tierschutzverein vor. Schweine für ein Experiment in einer Lawine verenden zu lassen sei "einer der widerwärtigsten Tierversuche, der jemals in Österreich durchgeführt wurde".

Zehn Tiere bereits verendet

Nach der unvermutet heftigen landesweiten Protestwelle ist der Versuch jetzt jedoch abgebrochen worden. Man könne unter diesen Umständen nicht weiter arbeiten, sagte der Leiter der Studie von der Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin in Innsbruck, Peter Paal. Ob und wann der Versuch weitergeführt werde, sei unklar, so Paal. Bisher seien zehn Tiere gestorben.

Tests waren von Ministerium genehmigt

Der Wiener Tierschutzverein sprach von Barbarei und einem "mangelnden Gefühl mancher Wissenschaftler, was ethisch ist und was nicht". Der Projektleiter des Experiments, Hermann Brugger von der Universitätsklinik Innsbruck, wollte den Versuch eigentlich trotz der massiven Kritik fortsetzen: "Aus tierethischer Sicht wäre es unsinnig, den Versuch abzubrechen", hatte er zunächst gesagt. Die Tests seien vom Wiener Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung genehmigt worden.

Tierversuch soll Menschen dienen

Ziel sei es gewesen, die medizinische Versorgung von Lawinenverschütteten zu verbessern und adäquate Sicherheitsausrüstungen zu entwickeln, um die Überlebenschancen der Opfer zu erhöhen. Um den "einzigen, einmaligen Tierversuch" komme man nicht herum, weil man aus den Ergebnissen Schlüsse zum Retten von Menschenleben ziehen könne. Mehr Personen würden überleben, hatte Brugger versichert.

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