Sie sind hier: Home > Panorama > Buntes >

Olympische Spiele: Raketen auf Wohnhäusern

Olympische Spiele: Raketen auf Wohnhäusern

11.07.2012, 21:45 Uhr | dapd

Olympische Spiele: Raketen auf Wohnhäusern  . Olympische Spiele: Auf dem Fred Wigg Tower in Ostlondon werden Luftabwehrraketen stationiert (Quelle: dapd)

Auf dem Fred Wigg Tower in Ostlondon werden Luftabwehrraketen stationiert (Quelle: dapd)

Es sind schwere Monate für die Bewohner des Hochhauses Fred Wigg Tower in Ostlondon: Erst brannte es in mehreren Wohnungen, dann kamen Plünderer und nun will das britische Militär auch noch Luftabwehrraketen auf dem Dach aufstellen. Das Verteidigungsministerium hat die Raketen zu einem wichtigen Teil des Sicherheitskonzepts für die Olympischen Spiele erklärt. Viele Bewohner wollen dennoch nicht in der ersten Reihe der Terrorabwehr stehen.

"Das ist irgendwie beängstigend", sagte Iqbal Hossain, der mit seiner Ehefrau und drei Kindern im Fred Wigg Tower lebt. "Wenn es um die Sicherheit für die Olympischen Spiele geht, was ist dann mit unserer Sicherheit? Wenn es einen Terroranschlag gibt, dann werden sie als erstes die Raketen angreifen."

Raketen auf mehreren Wohnhäusern

Ein Gericht wies die Argumente der Anwohner zurück. Richter Charles Haddon-Cave erklärte, die Raketen stellten keine Bedrohung für die Bewohner dar. Sie seien notwendig für die Sicherheit der Spiele. Die Raketen werden nun innerhalb der nächsten Tage auf dem Dach des 17-stöckigen Gebäudes aufstellt. An fünf weiteren Stellen werden ebenfalls Boden-Luft-Raketen stationiert: auf einem weiteren Wohnhaus, einem Wasserspeicherbecken und einem Acker in Ostlondon sowie auf Hügel südlich der Hauptstadt.

Die Raketen sind Teil eines Sicherheitskonzepts, mit dem die Olympischen Spiele, die am 27. Juli beginnen, vor Anschlägen geschützt werden sollen. Insgesamt sind 7500 Soldaten, tausende Polizisten und mindestens 13.200 zusätzliche private Sicherheitsleute im Einsatz. Dazu kommen noch Kampfflugzeuge sowie ein Hubschrauberträger auf der Themse. Verteidigungsminister Philip Hammond sagte, die Maßnahmen dienten sowohl der der Beruhigung als auch der Abschreckung.

Boden-Luft-Raketen gehören seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zum Standard Olympischer Spiele und anderer Großveranstaltungen.

Bewohner wurden nicht gefragt

Der Fred Wigg Tower ist ein Hochhaus aus den 60er-Jahren. Von den oberen Stockwerken und dem Dach bietet sich ein ungehinderter Blick über Ostlondon, die Bürogebäude von Canary Wharf und den Olympischen Park in etwa drei Kilometern Entfernung. Die Bewohner sind aufgebracht, weil sie vor der Entscheidung über die Raketenabwehr nicht um ihre Zustimmung gefragt wurden. Sie erfuhren von der Maßnahme erst durch Handzettel, die im April in ihren Briefkästen lagen.

Einige Bewohner sind jedoch auch erleichtert über die Gerichtsentscheidung. In dem Wohnhaus gab es in jüngster Zeit häufig soziale Spannungen. So brannten im Dezember mehrere Wohnungen aus, dann wurden noch brauchbaren Einrichtungsreste aus den Apartments geplündert. "Dieser Ort ist manchmal ein Kriegsgebiet", erklärte eine Mieterin. "Einige Leute kommen und machen, was sie wollen. Wenigstens werden wir für sechs Wochen Ruhe und Frieden haben."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: