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Uralte Bannschrift in einer römischen Villa entdeckt

Verfluchung entziffert  

Uralte Bannschrift in einer römischen Villa entdeckt

31.10.2013, 15:46 Uhr | AFP

In den Ruinen einer römischen Villa in Jerusalem ist eine rund 1700 Jahre alte Verfluchung entdeckt worden, die als Zeugnis eines altertümlichen Rechtsstreits erhalten blieb.

Wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete, entzifferte ein Kölner Wissenschaftler die Inschrift. In dieser erfleht eine Frau namens Kyrilla den Beistand von sechs Göttern aus drei Kulturkreisen, um ihren männlichen Streitpartner Jennis gefügig zu machen. Das bleierne Täfelchen mit der Bannschrift wurde bei Ausgrabungen in der biblischen Davidstadt am Fuße des Tempelbergs gefunden.

Die Grabungsleiter übergaben das zu einem Amulett gefalteten Fundstück an die Konservatorin Lena Kuperschmidt von der israelischen Altertumsbehörde. Als diese die Miniaturtafel entfaltete, entdeckte sie die Gravur in Altgriechisch. Zur Einordnung und Entzifferung wurde der Text an Robert Daniel vom Institut für Altertumskunde der Universität Köln geschickt, das eng mit den israelischen Archäologen zusammenarbeitet.

Von einem Magier erstellt

Daniel, ein führender Papyrologe und Epigrafiker, fand heraus, dass auf dem Täfelchen Kyrilla ihren Gegenspieler Jennis mit einem Bann belegt. Um sicher zu gehen, ruft sie gleich sechs höhere Mächte zu Hilfe, darunter den römischen Gott Pluto und den griechischen Gott Hermes. Der Text zielt darauf, jeglichen Widerstand von Jennis gegenüber Kyrilla zu brechen.

Die Altertumsforscher sagten "Haaretz", dass die beiden offenbar einen Rechtsstreit ausfochten. Das Amulett sei wahrscheinlich von einem Magier erstellt worden. In einer Art Voodoo-Zeremonie habe Kyrilla dann vermutlich ein Bild von Jennis mit einem Hammer und Nägeln traktiert, wie es der Text beschreibt. Schließlich habe sie die Bannschrift in den Besitztümern des Verfluchten platzieren müssen, Jennis habe also vermutlich im vierten Jahrhundert die römische Villa bewohnt.

Flüche betrafen auch Rennpferde

Konservatorin Kuperschmidt berichtete, dass in der Römerstadt Caesarea an der israelischen Mittelmeerküste schon mehrfach Amulette mit Flüchen gefunden wurden. Diese beträfen manchmal auch Rennpferde und wünschten diesen Blindheit oder Beinbrüche. In der Römerzeit wurden in Caesarea viele Pferderennen veranstaltet.

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