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Entschuldigung nach 150 Jahren

Leitartikel zurückgezogen  

Entschuldigung nach 150 Jahren

15.11.2013, 15:39 Uhr | dpa-AFX

Eine US-Zeitung hat in einem ungewöhnliche Schritt einen Leitartikel zur Rede des amerikanischen Präsidenten zurückgezogen - aber erst 150 Jahre nach der Veröffentlichung.

Die "Harrisburg Patriot-News" entschuldigte sich dafür, die Ansprache von Abraham Lincoln am 19. November 1863 bei der Einweihung eines Soldatenfriedhofs in Gettysburg (Pennsylvania) als "dummes Geschwätz" abgetan zu haben. Die Rede des damaligen Präsidenten am Schauplatz einer der entscheidendsten Schlachten des Bürgerkriegs wird heute als eine der besten und wichtigsten in der US-Geschichte angesehen.

Die Schlacht von Gettysburg gilt noch heute als Symbol für das Heldentum der Amerikaner. In keinem Konflikt in der Geschichte der USA ließen mehr Amerikaner ihr Leben als im Bürgerkrieg von 1861 bis 1865.

"Ein Urteil so fehlerhafter Natur"

Die Redaktion der Zeitung könne sich die krasse journalistische Fehleinschätzung von damals nur so erklären, dass sie aus "dem Einfluss der Parteilichkeit oder durch starken Alkoholkonsum" des Reporters herrührte, heißt es in der Entschuldigung, die sprachlich eng an die Lincoln-Rede angelegt ist.

"Die Vorfahren dieser Medieninstitution haben ihrer Leserschaft ein Urteil so fehlerhafter Natur präsentiert, so getüncht mit Anmaßung, mit solch einem Mangel an historischer Perspektive, dass es nicht unangetastet in unseren Archiven liegen kann."

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