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Saudi-Kleriker verbietet Schach

"Teufelswerk"  

Saudi-Kleriker verbietet Schach

22.01.2016, 15:48 Uhr | dpa, sid

Zeit- und Geldverschwendung: Schach ist nach Ansicht des höchsten muslimischen Geistlichen Saudi-Arabiens "ein Werk des Teufels" und daher ab sofort im Islam verboten.

Großmufti Scheich Abdelasis al-Scheich erließ am Donnerstagabend eine entsprechende Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten.

Schachspielen sei Zeit- und Geldverschwendung und führe zu Streit zwischen Menschen. "Schach ist wie Alkohol und Glücksspiel, was Gott verboten hat", antwortete er auf eine Frage in einem Religionssender. Zudem könne Schach süchtig machen.

Hitzige Debatte ausgelöst

Das Wüstenkönigreich folgt dem Wahhabismus, einer besonders rigiden Auslegung des Islam. Die Fatwa löste in sozialen Medien eine hitzige Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern aus.

Eine Fatwa steht nicht im Rang eines Gesetzes, sondern einer Handlungsempfehlung, die viele Anhänger der jeweiligen religiösen Richtung allerdings als bindend ansehen. Zuvor hatte bereits Groß-Ajatollah Ali al-Sistani, der bedeutendste Schiitenführer im Irak, Schach für verboten erklärt.

"Schach zu verbieten, ist dumm"

Der langjährige Schach-Weltmeister Garri Kasparow (Russland) reagierte mit scharfer Kritik. "Dass Saudi-Arabien versucht, Schach zu verbieten, ist dumm", schrieb er bei Twitter. "Dennoch sollten wir uns mehr Sorgen machen, was die Haltung in Fragen der Menschenrechte und der Demokratie angeht."

Vom saudi-arabischen Schachverband gab es bislang keine Reaktion. Schach ist ein beliebter Zeitvertreib in arabischen Ländern. Ungeachtet des Verbots sollte im Wallfahrtsort Mekka am Freitag ein Schachturnier beginnen. Die Ankündigung des Turniers hatte die Frage nach dem Status des Spiels in Saudi-Arabien erneut aufgeworfen.

Auch Barbie und Pokemon verboten

Im Jahr 2000 hatte der Großmufti Barbie-Puppen verboten, zudem untersagte er den Gebrauch der Spielkarten von Pokemon.

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