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Unschuldiger Rentner wird des Eulen-Klaus bezichtigt

Hass-Welle im Internet  

Unschuldiger Rentner des Eulen-Klaus bezichtigt

02.05.2016, 17:45 Uhr | t-online.de

Es ist eine Lokalposse, über die man beinahe lachen könnte - wäre sie nicht so ernst: Ein Offenburger Rentner wollte im Internet eine Bronze-Statue verkaufen. Die hielten zahlreiche Käufer für ein Objekt, das vor Monaten von einem Kindergrab gestohlen wurde. Es folgten derart massive Anfeindungen gegen den 77-Jährigen, dass mittlerweile die Polizei mit dem Fall beschäftigt ist.

Wie der Mann gegenüber "RP-Online" sagte, wurde er beschimpft und bedroht. Man habe ihn bei Facebook etwa "Friedhofs-Dieb" genannt, obwohl er lediglich die Bronze-Eule habe verkaufen wollen, die ihm sein Sohn geschenkt habe. Zwischenzeitlich stand das Angebot unter Beobachtung durch 27.000 Menschen. Die wollten jedoch nicht bieten, sondern lediglich beweisen, dass die verkaufte Eule vom Friedhof in Rommerskirchen bei Grevenbroich stammte. Dort war eine ebensolche vom Grab eines mit zwei Jahren verstorbenen Mädchens verschwunden. 

Mit der Auktion hat das jedoch nichts zu tun: Die Eulen gleichen sich lediglich. Der Rentner dagegen durchlebte ein Martyrium: Er habe nach den permanenten Beleidigungen Angst bekommen, so der Mann. Auch dass er angab, die Eule stamme nicht von dem Friedhof, beruhigte die Gemüter nicht. Der Mann ging zwischenzeitlich zur Polizei. Nachdem man ihm in erster Instanz nicht helfen konnte, fand er bei einer Polizistin in Neuss Rat. Über Kaufbelege der Eule konnte bewiesen werden, dass es sich nicht um das vom Friedhof gestohlene Objekt handelt. 

Die Polizei weist nun alle Hinweisgeber darauf hin, dass es sich bei der Eule der Auktion nicht um die Eule vom Friedhof handelt. Der 77-Jährige möchte sie mittlerweile auch nicht mehr verkaufen. Stattdessen plant er, sie den Eltern des gestorbenen Mädchens zu schenken.

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