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Amerikaner will ohne Fallschirm abspringen

Landung in Netz geplant  

Amerikaner will ohne Fallschirm abspringen

30.07.2016, 15:56 Uhr | AP

Amerikaner will ohne Fallschirm abspringen. Luke Aikins will aus über 7600 Metern Höhe ohne Fallschirm abspringen. (Quelle: AP/dpa)

Luke Aikins will aus über 7600 Metern Höhe ohne Fallschirm abspringen. (Quelle: AP/dpa)

Einen Fallschirm braucht er nicht: Ein amerikanischer Skydiver will aus über 7600 Metern Höhe aus einem Flugzeug springen und in einem Netz am Boden landen. Sollte es klappen, wäre das der erste Sprung dieser Art. 

Luke Aikins hat bereits 18.000 Fallschirmsprünge hinter sich. Er hat geholfen, viele der besten Skydiver auf der Welt zu trainieren und einige der Stunts für den Film "Ironman 3" durchgeführt. Aber was er sich jetzt vorgenommen hat, ist besonders spektakulär - und lebensgefährlich.

Aikins springt ohne Fallschirm. Und ohne Wingsuit. Er trägt nichts anderes als die Kleidung an seinem Leib, wenn er sich in 7620 Metern Höhe aus einem Flugzeug fallen lässt und versucht, als erster Mensch sicher in einem Netz in Bodennähe zu landen. Der US-Fernsehsender Fox wird den zwei Minuten langen Sprung oder besser Fall live im Rahmen eines einstündigen Specials übertragen.

Bis zu 800 Sprünge im Jahr

Man muss Aikins nicht vorhalten, dass das verrückt klingt. Er weiß es. Er hat so etwas Ähnliches selbst seiner Frau gesagt, als zwei Leute aus Hollywood vor ein paar Jahren mit ihrer Idee für den Reality-TV-Stunt zu ihm kamen. "Ich sagte, 'Du wirst es nicht glauben'", erzählt der 42-Jährige. "Sie wollen, dass ich ohne Fallschirm springe'". Sie sagte, 'Oh, in einem Wingsuit.'" Ich sagte, 'Nein, sie wollen, dass ich es mit nichts mache.' Wir beide haben uns mächtig darüber amüsiert."

Aber dann arbeitete es in ihm, er konnte einfach den Gedanken nicht abschütteln: Könnte wirklich jemand so etwas tun und überleben? Denn wenn jemand das könnte, dann wollte er, Aikins, derjenige welcher sein.

Schließlich hat dieser Mann praktisch sein ganzes Leben in der Luft verbracht. Seinen ersten Tandemsprung absolvierte er im Alter von zwölf, und vier Jahre später machte er es erstmals solo. Seitdem hat er es auf bis zu 800 Sprünge im Jahr gebracht.

"Es ist kein Scherz"

Seine Frau Monica nahm er zu deren ersten Sprung mit, als sie beide noch unverheiratet waren. Mittlerweile hat auch sie bereits die Marke 2000 erreicht. Die Eheleute leben mit ihrem vierjährigen Sohn nahe Tacoma im US-Staat Washington.

Im Lauf der Jahre hat Aikins anderen das Fallschirmspringen beigebracht oder sie gelehrt, wie man es anderen beibringt, und er hat auch bei Weltrekordversuchen mitgemacht, solchen, bei denen sich Springer mit ihren geöffneten Fallschirmen in der Luft übereinander stapeln. Ein paar Mal ist es dabei passiert, dass sein Schirm sich mit denen anderer verheddert hat und dass er seinen Reserveschirm benutzen musste, wie Aikins erzählt.

Aber diesmal wird er überhaupt keinen Schirm haben. "Wenn ich nicht nervös wäre, wäre ich dumm", sagt der muskulöse Athlet mit einem breiten Lächeln in der Nähe des Ortes, an dem ihn das Netz auffangen soll. "Wir sprechen davon, ohne Schirm zu springen, und ich nehme das sehr ernst. Es ist kein Scherz."

Aufprall mit 193 Stundenkilometern

Das Netz wird ungefähr so groß wie ein Drittel eines Football-Feldes (ein Feld ist ungefähr 110 Meter lang und 48 Meter breit) und 20 Stockwerke hoch sein. Das bietet genug Platz, um den Fall abzufedern und sicherzustellen, dass er nach der Landung nicht herauskatapultiert wird, wie Aikins sagt.

Das Netz ist wiederholt mit gut 90 Kilo schweren Attrappen getestet worden, eine davon durchschlug es. "Das war nicht gut anzusehen", erinnert sich Jimmy Smith, der Hollywood-Public-Relations-Mann, der zusammen mit seinem Partner Bobby Ware Fox für die Idee gewann, jemanden live ohne Fallschirm springen zu zeigen.

Wie Smith schildert, reagierte Aikins gelassen auf den Sturz der Attrappe durch das Netz. "Luke sagte einfach, 'Keine große Sache, das ist es, warum wir es testen.'"

Smith und Ware haben lange nach einem Ort gesucht, der am besten für eine sichere Landung nach dem freien Fall geeignet erscheint. Jetzt wird er auf dem trockenen, staubigen und verlassenen Teil eines alten Film-Ranch-Geländes nördlich von Los Angeles herunterkommen. Während des Falls mit einer Geschwindigkeit von 193 Kilometern pro Stunde wird er nach eigenen Angaben ständig gegen wechselnde Winde zu kämpfen haben.

Es gibt andere Skydiver, die ohne Schirm abgesprungen sind und dann in der Luft von jemandem einen gereicht bekamen. Aber Aikins wird sogar das nicht haben. Warum?

"Für mich geht es darum zu beweisen, dass wir Dinge, von denen wir glauben, dass sie unmöglich sind, tun können, wenn wir auf die richtige Weise an sie herangehen", antwortet er. "Ich hatte 18.000 Sprünge mit Schirm, warum also diesen ohne?" sinniert er dann, als wolle er sich selber noch einmal überzeugen. "Ich versuche zu zeigen, dass man es machen kann."

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