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Homosexuellen-Gottesdienst in Augsburg verboten

Katholische Kirche  

Homosexuellen-Gottesdienst in Augsburg verboten

20.04.2006, 17:58 Uhr | dpa, AFP

Bayerns katholische Bischöfe haben ökumenische Homosexuellen-Gottesdienste zum Christopher Street Day untersagt. Der Vatikan habe entsprechend interveniert, teilte das Bistum Augsburg am Donnerstag mit.

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Beschwerde in Rom eingegangen
In der römisch-katholischen Pfarrei St. Moritz sollte eigentlich auch in diesem Jahr wie schon seit 1999 ein ökumenischer Gottesdienst von Schwulen und Lesben stattfinden. Das geht nun nicht mehr. Ein aus der Diözese stammender Mann hatte in Rom im vorigen Jahr gegen diese Gottesdienste geklagt. Die früher von Joseph Ratzinger geleitete Glaubenskongregation beschäftigte sich mit dem Fall und wies die Bayerische Bischofskonferenz an, den Gottesdienst zu verbieten.

"Über unsere Köpfe hinweg"
Die Augsburger Diözese hatte den Gottesdienst wie auch schon in den Jahren zuvor genehmigt. Ihr Generalvikar Josef Heigl betonte nun auch, dass sie mit dem Verbot nichts zu tun gehabt habe. "Rom hat über uns hinweg den Münchner Kardinal Friedrich Wetter und die Bischofskonferenz eingeschaltet."

Zeitliche Nähe problematisch
Der Augsburger Generalvikar bemühte sich um Schadensbegrenzung und hob hervor, dass es dem Vatikan nach seinem Eindruck nicht um ein grundsätzliches Verbot von Gottesdiensten von Homosexuellen gehe. Vielmehr habe Rom sich offenbar an der zeitlichen Nähe zum Christopher Street Day gestört, dem internationalen Aktionstag für die Rechte von Schwulen und Lesben. Dieser Tag wird in zahlreichen deutschen Städten an unterschiedlichen Terminen zwischen Mai und August begangen. In Augsburg sind Veranstaltungen zwischen dem 4. und 6. August geplant.

Form nicht beanstandet
Die Kirche wolle nicht in Verdacht kommen, die Treffen der Homosexuellen und deren programmatische Forderungen zu unterstützen oder sie in irgendeiner Form gut zu heißen. Heigl betonte zudem, die inhaltliche Durchführung der Gottesdienste sei vom Vatikan nicht beanstandet worden. Die etwa 30 bis 40 Teilnehmer hätten dort lediglich gesungen und auch für an Aids gestorbene Menschen gebetet. "Das waren ganz normale Gottesdienste."

Evangelische Kirche springt in die Bresche
Ob diese Weisung aus Rom nun allgemeinen Charakter bekommen wird, dazu konnte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz keine Angaben machen. Das Schreiben aus Rom liege der Bischofskonferenz nicht vor. Insofern sei es zunächst nur eine Sache der bayerischen Bischöfe. In Augsburg werden die Gottesdienste zum Christopher Street Day nun rein evangelisch durchgeführt.

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