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Kampf gegen Aids: Papst Benedikt XVI. überdenkt Kondom-Verbot

Lockerung des Kondom-Verbots?  

Papst packt das Thema Aids an

22.11.2006, 12:43 Uhr | dpa

Der Papst nimmt ein delikates Thema in Angriff und könnte bald das strikte Verbot von Kondomen in der katholischen Kirche lockern. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenseelsorge, Kardinal Javier Lozano Barragan, habe dem Pontifex bereits eine 200 Seiten starke Studie zu dem Thema vorgelegt, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Mittwoch. Darin heiße es, Präservative zu benutzen sei als "geringeres Übel" anzusehen, wenn es darum gehe, die tödliche Ansteckungsgefahr abzuwenden.

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Papst regte selbst die Diskussion an
Aids sei "ein Thema, das Benedikt XVI. sehr besorgt", betonte Barragan. Der katholische Kirchenführer selbst habe vor Monaten angeregt, eine Diskussion zu eröffnen. Nun sei dem Papst das fertige Dokument vorgelegt worden, das auf wissenschaftlichen und theologischen Überlegungen beruht. Zunächst soll die Glaubenskongregation das Schriftstück prüfen. Es wird erwartet, dass Benedikt die Ergebnisse der Studie anschließend zum Anlass nimmt, um ein eigenes Dokument zu dem Thema mit neuen offiziellen Richtlinien herauszugeben.


Erlaubnis nur im Ausnahmefall
Jedoch dämpfte der Kardinal die Hoffnungen all derer, die bereits von einem "Wendepunkt" sprechen. "Ich glaube, dass keine Antwort der Kirche so aussehen darf, dass sie sexuelle Zügellosigkeit begünstigt", erklärte der mexikanische Kardinal. Das Präservativ werde immer nur die letzte Lösung sein. Kondome könnten zum Beispiel bei verheirateten Paaren erlaubt werden, bei denen ein Partner Aids hat.

Vorgänger propagierte Enthaltsamkeit
Die katholische Kirche lehnt bisher jede Form der künstlichen Empfängnisverhütung ab - insbesondere Kondome, weil sie ihrer Meinung nach die sexuelle Freizügigkeit fördern. Das Verbot gilt bis heute auch in der Ehe. Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. hatte stets einen sehr strengen Kurs zu dem Thema verfolgt und forderte zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten sexuelle Enthaltsamkeit.


 

Fast drei Millionen Aidstote
Erst am Dienstag hatte der in Genf vorgestellte aktualisierte Welt-Aids-Bericht 2006 erschreckende Zahlen ans Tageslicht gebracht. Demnach hat die weltweite Epidemie einen Höchststand erreicht: 39,5 Millionen Menschen sind mit HIV infiziert. Bis zum Jahresende werden schätzungsweise 4,3 Millionen Menschen neu hinzukommen. Insgesamt 2,9 Millionen Aidstote verzeichnet der vom Aids-Bekämpfungsprogramm der Vereinten Nationen präsentierte Bericht.


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