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Fährunglück: Überlebende sprechen von Brand auf der Fähre

Fährunglück  

Überlebende beschuldigen Crew und Retter

04.02.2006, 09:05 Uhr | dpa, AFP

Nach dem Fährunglück im Roten Meer haben Überlebende schwere Vorwürfe gegen die Besatzung und die Rettungsmannschaften erhoben. Es habe nicht genug Schwimmwesten und zu wenig aufblasbare Rettungsboote an Bord gegeben, berichteten sie. Die Küstenwache sei außerdem erst rund zwölf Stunden, nachdem ein Feuer auf dem Schiff ausgebrochen war, am Unglücksort eingetroffen. Nach bisherigen Angaben überlebten weniger als 400 Passagiere die Katastrophe - insgesamt waren 1414 Menschen an Bord der "Al Salam Boccacio 98".

"Es brannte immer weiter" Überlebende berichten
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Feuer unter Deck
Ersten Ermittlungen und Aussagen von Überlebenden zufolge brach etwa anderthalb Stunden nach der Abfahrt unter Deck ein Feuer aus - wo genau ist bislang unklar. Augenzeugen berichteten, der Brand habe sich von einem Lastwagen aus verbreitet. Transportminister Mansur sagte dagegen im TV, möglicherweise habe ein Motorschaden das Feuer ausgelöst.

Berichte über misslungenes Wendemanöver
Zunächst hieß es, der Kapitän habe trotz des Brandes Kurs auf Ägypten gehalten. Nach neueren Berichten versuchte der Kapitän in den saudi-arabischen Hafen Dhiba zurückzukehren, stürmisches Wetter habe aber das Manöver scheitern lassen. Viele Passagiere retteten sich offenbar auf die Brücke des Schiffes und warteten dort über längere Zeit, bis das Schiff plötzlich zu sinken begann. Einige Menschen, die Schwimmwesten ergattert hatten, sprangen ins Meer, andere schafften es, sich auf die aufblasbaren Boote der Fähre zu retten. Viele ertranken.

Angehörige in Trauer und Wut
In der ägyptischen Hafenstadt Safaga stürmten unterdessen hunderte verzweifelte Angehörige den Hafen, um etwas über das Schicksal von Vermissten zu erfahren. Sie beklagen, dass die Behörden kaum Informationen über das Unglück und die Opfer geben. Sicherheitsbeamte versuchten mit Tränengas und Knüppeln, die Menge zurückzudrängen. Erst zwölf Stunden nachdem die Kontrollbehörden den Kontakt zu der Fähre verloren hatten wurde der Untergang bekannt. Mehr als 36 Stunden nach der Havarie ist das Schicksal von rund tausend Passagieren weiter ungeklärt. Nach Angaben der ägyptischen Hafenbehörde wurden bis Samstagnachmittag 378 Passagiere lebend aus dem Meer gerettet. Mindestens 185 Leichen wurden nach Polizeiangaben geborgen.

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Viele Ägypter an Bord
Der Großteil der Passagiere kam aus Ägypten. Die Fähren, die zwischen Saudi-Arabien und Ägypten verkehren, sind für viele Arbeiter der billigste Weg, um zu ihren Arbeitsplätzen in den reichen Golfstaaten oder zur muslimischen Wallfahrt nach Mekka zu gelangen. Auf der Strecke hatte es schon mehrfach Unglücke mit Hunderten von Todesopfern gegeben.

Schiffstyp als gefährlich eingestuft
Mitschuld daran ist oftmals der Einsatz älterer Autofähren vom Roll-on-Roll-off-Typ, die Experten als gefährlich einstufen. "Die Schiffe haben eine Bug- und eine Heck-Klappe und dazwischen Autodecks im Stil riesiger Tiefgaragen", erläutert der Leiter des ADAC-Fährentests, Jens-Peter Hoffmann. "Läuft vorn Wasser herein, breitet es sich schnell im ganzen Schiff aus, und die Fähren können leicht umkippen." Auch die 1970 gebaute Unglücksfähre "Al Salam Boccaccio 98" gehört zu diesem Typ.

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