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Hattingen im Ruhrgebiet: Weltkriegsbombe explodiert in Industriegebiet

Hattingen im Ruhrgebiet  

Weltkriegsbombe explodiert in Industriegebiet

19.09.2008, 20:29 Uhr | dpa

Fünf Zentner wog die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Hattingen explodierte. (Quelle: dpa)Fünf Zentner wog die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Hattingen explodierte. (Quelle: dpa) Eingedrückte Fenster, deformierte Gebäudefassaden und 17 Verletzte: Eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Freitag in Hattingen im Ruhrgebiet explodiert. Die Fliegerbombe flog bei Baggerarbeiten in einem Industriegebiet in die Luft.

Die Wucht der Explosion drückte noch Fenster in rund 50 Metern Entfernung ein, eine im Bau befindliche Halle verlor ganze Fassadenteile. "Die Beschäftigten in den angrenzenden Firmen hatten noch Glück. Sie kamen mit einem Knalltrauma davon", sagte ein Feuerwehrsprecher. Über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und der Polizei waren im Einsatz.

Video Weltkriegsbombe verletzt 17 Menschen
Foto-Serie Bombe explodiert in Hattingen

Trümmerteile flogen 500 Meter weit

Der Baggerführer, der mit Arbeiten neben einer Halle beschäftigt war, erlitt bei der Detonation Schnittverletzungen an der Hand. Sein Führerhaus wurde beschädigt, die Scheiben zersplitterten. Der Bagger hatte den Blindgänger in etwa einem halben Meter Tiefe durch das Rütteln mit einer Art Presslufthammer zur Explosion gebracht. "Trümmerteile sind bis zu 500 Meter weit geflogen", sagte der Feuerwehrsprecher. Nur durch großes Glück sei nicht mehr passiert. Der Baggerführer sei in seinem Führerhaus gut geschützt gewesen und deshalb mit vergleichsweise leichten Verletzungen davongekommen.

Areal eines ehemaligen Stahlwerks

Das Industriegebiet gehört zum Areal des ehemaligen Stahlwerks Henrichshütte, das 1987 geschlossen und zum Industriedenkmal ausgebaut wurde. Ein Teil der Fläche wurde für Unternehmensansiedlungen umgewidmet. Die 1854 gegründete Henrichshütte war eines der traditionsreichsten Eisenhüttenwerke des Ruhrgebiets. Bis zu 10.000 Arbeiter produzierten hier einst Eisen und Stahl.

Bombe wurde bei Routinekontrolle nicht aufgespürt

Auf dem Gelände sind in der Vergangenheit immer wieder Grabungen vorgenommen worden. Es sei nicht auszuschließen, dass die Bombe durch Auf- und Umschüttungen in den letzten Jahren verschoben worden sei, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Bislang sei sie von Arbeitern aber nicht bemerkt worden. Auch der Kampfmittelräumdienst habe die Bombe bei einer Routinekontrolle nicht gesehen. "Es kann keine hundertprozentige Sicherheit geben, dass wir jeden Blindgänger finden", so der Feuerwehrsprecher.


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