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Übelste antijüdische Propaganda

Report über die Pius-Bruderschaft  

Übelste antijüdische Propaganda

27.02.2009, 15:36 Uhr

Stützpunkt der Piusbruderschaft in Trier (Foto: dpa)Stützpunkt der Piusbruderschaft in Trier (Foto: dpa)

In einem Report über die erzkonservative Pius-Bruderschaft hat ein belgisches Magazin antijüdische Propaganda ans Tageslicht gefördert, der unter anderem der Holocaust-Leugner und von Papst Benedikt XVI. rehabilitierte Bischof Richard Williamson angehört. "Schockierende Enthüllungen" kündigt die jüdische Zeitschrift "Joods Actueel" an, nachdem sie im Internet nach Belegen für die Geisteshaltung der erzkonservativen Gruppierung gefahndet hatte. Vom Gottesmord der Juden ist in den Fundstücken die Rede, von der jüdischen Weltherrschaft und ihrem unablässigen Kampf gegen das Christentum.

Stichwort Die Priesterbruderschaft St. Pius X.

"Schlimmer als Williamson"

"Dies ist in vielerlei Hinsicht schlimmer als die Auslassungen von Bischof Williamson, der den Holocaust und das Bestehen der Gaskammern leugnet", findet der Chefredakteur des Magazins, Michael Freilich. Papst Benedikt XVI. hatte den Ausschluss von Williamson und drei anderen Pius-Bischöfen aus der katholischen Kirche im Januar aufgehoben und damit weltweite Empörung ausgelöst.

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Weltweit hunderttausende Anhänger

Williamson, der jüngst aus Argentinien ausgewiesen wurde und bereits seit einer Woche das Land verlassen haben soll, sei jedoch nur ein einzelner "Verrückter, der Unsinn erzählt, und der von praktisch niemandem ernst genommen wird", meinte Freilich. Die Fundstücke aus dem Internet - die zum Teil schon wieder rausgenommen wurden - belegen hingegen, dass die Pius-Bruderschaft mit Dutzenden Priestern und weltweit Hunderttausenden Anhängern heftige "Beschuldigungen gegen Juden heutzutage" verbreitet. Von der Webseite der Pius-Bruderschaft in den USA etwa zitiert "Joods Actueel" eine Passage, wonach das "internationale Judentum" ein weltweites Reich errichten und die christlich-katholische Ordnung zerstören wolle: "Das Geld, die Medien und die internationale Politik sind zu großen Teilen in den Händen der Juden", heißt es dort.

"An alle Bischöfe"

Auch einen Brief des Distriktoberen der Pius-Bruderschaft für Deutschland, Franz Schmidberger, "an alle Bischöfe" sah sich die Zeitschrift genauer an. Der Fundstelle im Internet zufolge schrieb Schmidberger über die Kreuzigung von Jesus Christus: "Damit sind aber die Juden unserer Tage (...) des Gottesmordes mitschuldig, so lange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren."

"Rhein theologische Aussagen"

Was die Juden betrifft, bezeichnet Pius-Bruder Schmidberger seine Worte als "rein theologische Aussagen", denn "für uns Deutsche handelt es sich hier ohne Zweifel um ein delikates Thema". Deutlicher wird der Text zum Thema Islam: "Was dem Islam im 16. und 17. Jahrhundert mit Waffengewalt nicht gelungen ist, das schafft er heute in der nachkonziliaren Ära auf friedlichem Wege. Er besetzt Europa. Frankreich wird überschwemmt von Arabern, Deutschland von Türken, England und Skandinavien von Pakistani", heißt es dort.

Wettern gegen Religionsfreiheit

In dem gleichen Text Schmidbergers, der die Überschrift "Die Zeitbomben des Zweiten Vatikanischen Konzils" trägt, gibt eine andere Passage noch tieferen Einblick in die Geisteshaltung der Bruderschaft: "Die vierte große Zeitbombe, die ins II. Vatikanische Konzil eingeschmuggelt worden ist, ist die Religionsfreiheit. Sie bedeutet nichts anderes als die Laisierung der Staaten und der Gesellschaft."

Keine Ausnahmen

Dass aber die Gehässigkeiten gegen Juden keine Ausnahmen sind, belegen Fundstücke von "Joods Actueel" auf den Webseiten der Pius-Bruderschaft in Österreich, Irland, den USA, Brasilien, Asien, Südafrika und Polen sowie auf der internationalen Hauptseite. Bei der Auswertung ließ das politisch engagierte Magazin aus Antwerpen dann Vorsicht walten: Weil zu erwarten sei, dass die Artikel nach der Veröffentlichung dieser Passagen in "Joods Avtueel" von den Webseiten verschwänden, was teilweise auch schon geschehen ist, legte die Zeitschrift Sicherungskopien an.

Den Original-Report von "Joods Actueel" über die Pius-Bruderschaft in englischer Sprache finden Sie hier.

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